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05.02.2012

Altruismus: Wunsch oder Wirklichkeit?

Gemäß der Kabbala gibt es nur ein Gesetz in der Natur. Aus diesem Gesetz gehen alle anderen Gesetze hervor. Aber wie soll bloß ein Gesetz alles umfassen können, was wir um uns und in uns wahrnehmen und erfahren?

Dieses Gesetz ist zudem mit unseren herkömmlichen fünf Sinnen überhaupt nicht wahrnehmbar. Warum, fragt nun der gesunde Menschenverstand, soll man sich dann mit etwas befassen, was man gar nicht wahrnehmen kann?

Die Kabbala antwortet darauf, dass es im Grunde nichts wichtigeres gibt, als dieses Gesetz zu erlangen, denn es erhält jeden kleinsten Teil der Wirklichkeit in all ihren Aspekten ohne Ausnahme. Doch was soll das für ein Gesetz sein, das hier über alles in unserer Welt gehoben wird? Die Antwort ist einfach:

Es ist der Altruismus. Sämtliche Systeme in der Natur sind in absolutem Gleichgewicht. Von der unbelebten Materie über die Vegetation bis hin zum Tierreich existiert alles ausschließlich zu Gunsten des Ganzen. Wenn man nun die Handlungen eines Menschen im einzelnen oder der Menschheit im Allgemeinen betrachtet, ist es offensichtlich, dass hier ein beachtlicher Unterschied vorliegt.

Im Gegensatz zum fundamentalen, grundlegend altruistischen Gesetz der Natur, was stehts einen Ausgleich und Erhalt des Ganzen anstrebt, strebt der Mensch ausschließlich nach seinem eigenen, egoistischen Verlangen und erzeugt durch diese Differenz eine Spannung, welche in Form von Leiden, Krisen und Krankheiten auf ihn zurückwirkt. Die Weisheit der Kabbala ist eine praktische Methode, wie wir diese, unsere egoistische Natur so anwenden können, dass wir uns wieder mit dem allumfassenden altruistischen Gesetz angleichen, welches jeden noch so kleinsten Teil unseres Daseins bestimmt.

Auf diese Weise können wir das Glück, die Erfüllung und den Frieden erlangen, an dem es scheinbar überall in der Menschheit mangelt. Da dieser Mangel ausschließlich in unserer Wahrnehmung existiert, können wir durch keine äußerliche Handlungen in der Welt dieses Gleichgewicht wieder herstellen, da sämtliche Versuche auf einem brüchigen Fundament beruhen. Sollen wir also im Angesicht der anscheinend allgegenwärtigen Spannungen, Zersplitterungen und Uneinigkeiten in der Menschheit nun das Handtuch werfen und sagen: “Komme was wolle!”?. Die Weisheit der Kabbala lehrt, dass wir durch eine solche Einstellung unsere Situation weder verschlimmern noch verbessern, sondern unsere wirkliche Aufabe und Bestimmung bloß aufschieben: Die Arbeit an uns selbst.

(Zusammenfassung des Artikels “Arvut” von Baal Hasulam)

photos: Flickr Creative Commons Attribution

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