04.05.2010
Eine Frage, die ich erhielt: Es gibt in der Tora einen Satz, der sehr beliebt geworden ist: “Knochenbruch um Knochenbruch, Auge um Auge, Zahn um Zahn” [Exodus, 21:24]. Was heisst das aus Sicht der Kabbala?
Meine Antwort: Das ist einfach. Dort, wo der Zerbruch stattfand, muss man eine Korrektur durchführen - auf der gleichen Stufe, auf der gleichen Ebene, in der gleichen Form.
An der Stelle, wo der Wunsch verdorben wurde, müssen wir ihn korrigieren, ihn verwendbar machen.
Ich muss richtig erkennen, wo der Zerbruch stattfand und ihn an der gleichen Stelle korrigieren. Warum?
Dadurch studiere ich das, was der Schöpfer gemacht hat, wie schlau er alles aufgebaut hat, wie er mich zum Stolpern bringt in jedem Zustand, damit ich von ihm die Hilfe fordere und aus seiner Arbeit lerne.
Die ganze Arbeit der Korrektur nennt man Arbeit des Schöpfers, denn ich erkenne die Verdorbenheit, nehme Ihn an die Hand, führe Ihn zu dieser Stelle und bitte Ihn, die zu korrigieren.
Ich stelle mir im Voraus vor, wie dieser Zustand korrigiert werden soll, und wenn Er diesen Zustand korrigiert, ergänze ich Ihn dadurch, denn ich gehe mit Ihm zusammen. So sind wir mit dem Schöpfer verbunden.
Wenn ich selbst diese Korrektur durchführen könnte, hätte ich keine Verbindung zur höheren Kraft gehabt. Wenn der Schöpfer dies ohne mich machen könnte, wer bin ich? Wozu bin ich da? Und nur auf solche Art und Weise arbeiten wir mit Ihm als Partner.
Der Schöpfer bedauert die gebrochenen Wünsche (Kelim), und von der anderen Seite kann Er ohne meine Bitte, Forderung, wo und was genau korrigiert werden soll, das nicht tun.
Deshalb werden wir mit Ihm zum echten Partner.
Aus einem Abendunterricht nach dem Buch Sohar, 30.04.2010
