„Höre mich, mein Volk, ich spreche zu Dir aus meiner Seele… aus einem Gefühl, das ich tiefer empfinde als alles andere in meinem Leben, dass Du, nur Du mein Lebensinhalt bist…” (Rav Kook, His Chambers, p. 181).Rav Avraham Isaac HaCohen Kook, der erste Oberrabbiner von Israel, war eine der berühmtesten Figuren in der Geschichte des jüdischen Volkes, bezogen auf jüdische Philosophie, Kultur und Gesetz. Er war ein bemerkenswerter spiritueller Führer, ein brillanter Denker, ein großer Dichter, und einer der führenden jüdischen Gelehrten der letzten Generationen.
Doch darüber hinaus war Rav Kook ein großer Kabbalist, der sein Leben dem Ziel widmete, den Menschen die Botschaft der Einheit zu vermitteln. Von seiner hohen spirituellen Stufe aus, rief er das gesamte jüdische Volk auf, sich auf Basis der Erneuerung der vorhandenen spirituellen Verbindung zu vereinigen, und nicht auf Basis materieller Bestrebungen.
Die innere Erlösung des Volkes Israel, die natürliche Verbindung zwischen all seinen Teilen, war für Rav Kook eine Voraussetzung für die Bildung des Staates Israel. Er erklärte wiederholt, dass allein eine intensive Verbindung zwischen uns das Land erlösen könne, und nur durch die Verbreitung der Weisheit der Kabbala eine solche Tat möglich sei. Im Hinblick darauf schrieb er: „Die Geheimnisse der Thora bringen Erlösung und bringen das Volk Israel in sein Land zurück” (Orot, p. 95).
Aufwachen und Verbinden
„Unsere ganze Arbeit besteht darin, alle verschiedenen jüdischen Gruppen zu vereinigen und die Spaltungen, die bereits unter uns bestehen, aufzuheben” (Igrot, Teil 4, S. 104).
Als Rav Kook 1903 nach Israel zog, waren die jüdischen Siedlungen geteilt und getrennt. Jede Gruppe versuchte das zu bewahren, was sie aus ihrem Geburtsland mitgebrachte hatte, und weigerte sich, sich mit den Anderen zu vermischen. Rav Kook war mit der rauen Atmosphäre der Spaltung, die unter den Juden damals herrschte, nicht einverstanden, und setzte sich ein nahezu unmögliches Ziel: Die Nation unter einer Idee und einem Willen zu vereinen.
Aus seiner spirituellen Kenntnis heraus stellte er fest, dass durch die Rückkehr nach Israel zwar unser äußeres Exil beendet sei, nicht jedoch unser inneres (Exil), welches durch unsere Zerbrechung die Wurzel allen Übels bedeute. Daher versuchte er uns zu erwecken, damit wir zu der spirituellen Stufe zurückkehren, die wir vor der Zerstörung des ersten Tempels inne hatten. Eine Stufe, die ihren Ausdruck in Liebe und Einheit fand.
Er erklärte mehr als einmal, dass das Geheimnis der Macht Israels in der Verbindung läge, und dass Einheit und Spiritualität buchstäblich ein und dasselbe seien. Er schrieb, dass, wenn wir uns vereinigen, wir wieder zu unserer spirituellen Stufe aufsteigen und zu unseren Wurzeln zurückkehren werden. Wir werden friedvoll und ruhig in unserem Land leben.
Einstehen für Liebe und Frieden
„Ich wünschte, die gesamte Menschheit würde in einen Körper passen, damit ich sie alle umarmen könnte” (aus einem Gespräch zwischen Rav Kook und dem Schriftsteller Alexander Ziskind Rabinowitz).
Rav Kook war erfüllt von Liebe für das Volk und für die gesamte Welt. Seine Liebe war aufrichtig und bedingungslos, wie die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind. Er wünschte sich sehnlichst, uns alle durch seine Liebe zu verbinden; er wusste, dass nur diese Liebe wahres Glück und Gleichheit zwischen uns bringen könnte. Er erläuterte, dass die Eigenschaft der Liebe eine spirituelle Eigenschaft sei, die man nur durch die Methode der Weisheit der Kabbala erlange: „Die Weisheit der Wahrheit lehrt uns allumfassende Einheit… und wie man unter ihrem Licht gehen kann ohne zu irren” (Rav Kook, Orot Kodesh, Teil 2, S. 393).
Das Studium der Kabbala ist der Schlüssel
„Es naht der Tag, an dem alle erkennen und wissen werden, dass Israels Rettung und die der gesamten Welt einzig und allein im Erscheinen der Weisheit des verborgenen Lichtes (der Kabbala) liegt; in den inneren Geheimnissen der Thora in einer klaren Sprache” (Rav Kook, Igrot, Teil 1, S. 92).
Rav Kook diente in vielen öffentlichen Ämtern, doch er beteuerte oft, dass sein innigster Wunsch darin bestand, die Weisheit des Verborgenen zu studieren; denn dies war für ihn das Wichtigste. „Was ich fühle, die Zufriedenheit und die Freude beim Studium des Verborgenen… ist mein oberstes Ziel. Alltägliche Pflichten und Kenntnisse sind zweitrangig im Vergleich zu meiner Essenz ” (Mist of Purity, S. 31).
Rav Kook strebte danach, uns mit den Geheimnissen der Kabbala vertraut zu machen. Er übte oftmals Kritik an jenen, die öffentlich gegen die Verbreitung der Kabbala eintraten. Er wusste, dass nur die Enthüllung der Geheimnisse uns zu Glück und Einheit verhelfen würde. „In unseren Leben müssen wir die verborgenen Geheimnisse enthüllen und preisgeben. Dadurch werden wir uns selbst erkennen und erfahren, was in uns verborgen ist” (Rav Kook, Maamarei Raiah, S. 153).
Heute, viele Jahre nachdem große Männer wie Rav Kook und Baal HaSulam in unserer Welt gelebt und gewirkt haben, werden ihre Ratschläge wichtiger denn je. Ihre Schriften zeigen uns den einzigen Weg, wie wir in unserem Land in Einheit, Sicherheit und Frieden zwischen uns und der Welt leben können. Noch können wir unsere Zukunft zum Besseren wenden und es gibt einen sicheren Weg, den wir erst versuchen müssen. Wir haben keine andere Wahl, als unsere Herzen und unseren Verstand für ihn zu öffnen, und ihn zu beschreiten.
