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05.02.2012

Bist du verbunden?

Unser Leben wird mehr und mehr virtuell - von Internetbanking bis zu virtuellen Freundschaften. Kabbala erklärt, dass die virtuelle Welt ein Sprungbrett für die geistige Welt ist, in der wir wirklich miteinander verbunden sind.Verbindung ist etwas, wonach wir uns alle sehnen - ein Gefühl der Zusammengehörigkeit oder die Sehnsucht danach, geliebt zu werden. Verbindung untereinander hält Familien zusammen, motiviert Menschen auf der ganzen Welt dazu, Mitglied in einem Club zu werden, religiös zu sein und verschiedenen Organisationen anzugehören. Ob die Gesellschaft diese spezifischen Aktivitäten als positiv oder negativ bewertet, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Die Kraft Teil einer Gruppe zu sein - dazu zu gehören - ist zweifelsohne mächtig. Gleichzeitig leben wir in einer Welt, in der Menschen isolierter sind als je zuvor. Wir leben nicht mehr in Dörfern, in denen jeder über den anderen bescheid weiß. Wir leben in Vororten oder riesengroßen Städten, und wir kennen oft nicht einmal mehr den Namen unseres Nachbarn!
Beziehungen zum örtlichen Lebensmittelhändler, Bankier oder Einzelhändler wurden ersetzt durch Selbstbedienungsautomaten, Internet-Shopping, und sogar die familiären Strukturen brechen auseinander. So sehr haben wir uns isoliert.

Ausgeschöpft bis an die Grenzen

Die Weisheit der Kabbala lehrt uns, dass diese beiden Extreme - der wachsende Wunsch nach Verbindung und unsere Isolation untrennbar miteinander verbunden sind. Der Wunsch nach Verbindung kommt aus unserem spirituellen Ursprung, indem wir alle vereint und Teil eines Ganzen sind.

Der Wunsch nach Genuss auf Kosten anderer - unser Egoismus also - verwehrt uns das Gefühl der Zugehörigkeit zu dieser Einheit. Wir erfahren unsere Existenz als 7 Milliarden Einzelteile. Und unser wachsender Egoismus entfernt uns immer mehr von einander. Das Paradoxe daran ist, dass wir uns umso mehr nach Verbindung sehnen je getrennter und isolierter wir sind. Es ist wie ein Gummiband - je mehr man es dehnt, umso größer wird die Spannung, es wieder in den ursprünglichen Zustand zu bringen. Die Menschheit ist bis an die Grenzen des Egoismus „gedehnt”. Und die Menschen leiden an dieser Spannung und der Schwere, die damit einhergeht. Das ist erkennbar an den vielen Selbstmorden und auch an der zunehmenden häuslichen Gewalt.

Was können wir tun?

Die einzige Lösung liegt darin, zu unserer Verbindung zurückzukehren. Ob wir es nun wahrhaben wollen, wir sind bereits auf dem richtigen Weg - denken Sie ans Internet und seine Dienstleistungen oder sozialen Plattformen.

Technologie und Kommunikation - Basis für Verbindung.

Seltsam genug bietet uns die technisierte Welt, die eine maßgebliche Rolle dabei spielte, uns zu trennen, nun die Möglichkeit uns wieder miteinander zu verbinden. Die Social Networking Sites haben mittlerweile den „Dauerbrenner” Pornografie überholt. Für jeden, der auf seine Individualität nicht verzichten will, hat das Internet eine angenehme und nicht bedrohliche Möglichkeit zur Verbindung parat - basierend auf inneren Eigenschaften, Interessen, Wünschen und Zielen. Man kann dort mit Leuten von der ganzen Welt Freundschaften schließen, die man niemals treffen wird. Und das alles ohne Streitereien, die ein physisches Beisammensein mit sich bringen würde. Wir müssen mit diesen Freunden keine „Alltagsprobleme” ausfechten oder persönliche Unstimmigkeiten lösen. Wenn man mit einem anderen keinen Kontakt haben möchte, öffnet man seine Emails nicht oder erklärt ihn zu „Spam”.

Die virtuelle Welt ermöglicht uns ohne körperlichen Kontakt bzw. ohne körperliche Erscheinung (Rasse, Religion usw.) eine tiefere Verbindung auf einer weniger materiellen Ebene. Wir können uns mehr auf die inneren Eigenschaften der Menschen konzentrieren wie ihre Gedanken, Vorlieben und Abneigungen, Eindrücke und ihre einzigartigen Wahrnehmungen.

Und das ist noch nicht alles: der Wunsch nach der Verbindung auf einer höheren Ebene und auch die Möglichkeit, die innersten Empfindungen zu erfahren, trieb die Entwicklung der grenzüberschreitenden Technologien voran - diese erlauben uns, in die Wahrnehmungen anderer einzudringen. Wir werden bald in der Lage sein, die Welt mit den Augen anderer zu erfahren (und Händen und Ohren!).
Valeria Fuso, ein junger italienischer Designer, baute einen „Erfahrungsrekorder” - ein Apparat, welcher dem Menschen einen „online - Erfahrungsaustausch” erlaubt. Dieser Apparat, der wie ein Handschuh aussieht, ist mit Bewegungs- und Temperatursensoren ausgestattet, ebenso Foto- und Videokamera und einem Audiorekorder. Er kann die alltäglichen Aktivitäten eines Internetusers einfangen und liefert die Daten sofort über eine drahtlose Verbindung an das Netz.
Eine andere Technologie, die immer mehr zum Einsatz kommt, ist VoIP - sprachgesteuert kann man kommunizieren und dem PC Befehle geben. VoIP ist sehr praktisch, wenn man nicht an einen Sitzplatz gebunden sein will. Ein Mensch kann buchstäblich den ganzen Tag lang mit dem Internet verbunden sein. Durch all diese Technologien wurde die Kommunikation zwischen den Menschen immer mehr virtuell. Und durch den leichten Zugang zu solchen Technologien, brauchen wir nicht mehr ausgehen, um uns mit anderen Menschen zu treffen. Wozu Benzin bezahlen und Zeit mit Herumfahren verschwenden, wenn man andere Leute sowieso bequem von zu Hause aus via Internet treffen kann? All diese Faktoren machen das Netz zum wichtigsten Kommunikationsmedium bzw. zur primären Verbindungsmöglichkeit. Unsere „äußeren” Attribute geraten in den Hintergrund und unsere „inneren” gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Von der virtuellen zur Höheren Welt

Mit der Zeit lernen wir, dass alle externen Faktoren irrelevant werden und wir suchen nach der puren spirituellen Verbindung. Doch wir werden erkennen, dass virtuelle Verbindungen durch das Internet oder die ausgefeiltesten Technologien uns nicht ausreichen werden. Sie können uns nicht die absolute spirituelle Erfahrung bringen, nach der wir so intensiv, wenn auch unbewusst, suchen.
In der Zwischenzeit hilft uns die virtuelle Welt aber dabei, zu erfahren, was es bedeutet, jenseits der physischen Grenzen mit anderen Menschen Kontakt zu haben. Und wir werden dadurch lernen, uns spirituell zu verbinden - auf einer Ebene, wo wir buchstäblich ein Wesen bilden. Es gibt keine bessere Verbindung - und Erfüllung - als diese!

„Der Schöpfer gab dem Menschen Wissen und Macht.. gab ihm die Fähigkeit, seinen Entwicklungsprozess zu beschleunigen, frei und völlig unabhängig von den Grenzen der Zeit..”

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3 Kommentare »

  Flug Thailand wrote @ Mai 27th, 2009 at 12:47

Ich betrachte es als eher kritisch zu sagen,dass wir mit der Verbindung zu allen Herren Ländern über das Internet auf dem richtigen Weg wären und vor allem von der virtuellen Welt der “höheren”welt näher kämen.

Ich habe dieses Jahr noch eine Klausur in Pädagogik schreiben müssen, in welcher der aktuelle Tatbestand behandelt wurde, dass fast alle(Statistiken und konkrete Zahlen hab ich nicht mehr) Menschen das Internet als Plattform zur kommunikation nutzen und sich mit falschen oder anderen Identitäten anmelden und ausgeben. Ich finde das wichtig zu berücksichtigen, dass diese virtuelle und universale Verbindung nicht unbedingt der richtige Ausgangspunkt ist um z.B. eher auf Menschen zugehen zu können.
Es ist richtig, dass man über materielle und/oder oberflächliche/äußerliche Aspekte bei der Kommunikation mit anderen eher hinwegsehen kann und man mehr auf “innere Werte” achtet…aber das Internet verlockt uns dann scheinbar viel eher da zu, weil man sich so anonym sicher fühlt, uns als jemand anderes auszugeben, um z.B. Selbstzweifel zu kompensieren oder im Alltag fehlende Anerkennung zu bekommen.Wir machen uns also mit dem Internet fast alle etwas vor, wenn wir Sehnsüchte stillen wollen, wie z.B. der Wunsch nach einem gleichgesinnten Partner.
Ich halte den traditionellen Weg, nämlich sein direktes Umfeld doch noch zu kennen und das Interesse daran auch nicht zu verlieren für sehr viel wertvoller als das Internet als Basis!Durch den direkten Kontakt zu Menschen würden meiner Meinung nach auch beispielsweise Toleranz oder Einfühlungsvermögen gefördert werden, oder auch interventiv gegen Intoleranz wirken.

  Ursula Nina Nowak wrote @ Juni 14th, 2009 at 09:20

Ich habe technische Errungenschaften immer als Projektionen eigentlich angeborener Fähigkeiten nach “aussen” betrachtet und mich nach Möglichkeit eher fern davon gehalten, in der Meinung, ein intensives Benützen der technischen Möglichkeiten behindere die “Freilegung”, d.h. Wiederentdeckung, der natürlichen Fähigkeiten.
Da ich nun, kaum hat unser jüngster Sohn mir seinen Computer geschenkt, dank Internet, :) die Kabbalah entdeckt habe, bin ich bereit, meine Meinungen (so gut es mir möglich ist) hintenan zu stellen und auszuprobieren, ob der Weg des Kabbalah-Studiums tatsächlich dahin führt, wo ich mich schon immer fühlte, ohne aber jemandem erklären zu können, wie man dahin gelangt.
Es handelt sich bei mir nicht um die Notwendigkeit “Glauben über den Verstand” (”nur” über den Verstand meiner Familie und Umgebung, hmmm…) sondern eher um “Glauben über die eigene nicht verstandesmässige Erfahrung”. Auch nicht einfach - aber da ich es mir so sehr wünsche, dass die Kabbalisten recht haben mögen und da ich mich Ihnen so nahe verwandt fühle, mag es, so Gott will ! gelingen.
Dass die Menschheit eine einzige Familie ist, wusste ich schon als ganz kleines Kind und habe darunter gelitten zu erfahren, wie uneins und zerstritten diese Familie zu sein scheint und dass ich viele Menschen gar nicht kennen durfte.(Nicht “Du” sagen, nicht auf jeden zugehen, schon gar nicht sagen, dass ich jemander lieb habe).
Später war ich oft froh um Distanz, weil ich die seelische Entfernung fühlte, und nun bin ich einfach glücklich, dass ich Euch gefunden habe!

  Susanne wrote @ Juli 15th, 2009 at 15:33

Ich denke, die einschlägigen Internetkontakte sind schon eine Möglichkeit, mit anderen Menschen, auch international, Verbindung zu suchen. Es kann sich dabei individuell natürlich um verschiedene Formen handeln: die einen suchen einen Partner, und manchmal finden sie ihn sogar wirklich über Internet, andere haben internationale Freundschaften (Sprachtandems), wieder andere haben einfach nur Langeweile und chatten, noch andere haben eher, naja, unterschwellig seltsame Chat-Bedürfnisse/Egoismen.

Da die Verbindung der menschlichen Seelenfünkchen zu einem vereinigtem Adam leider noch nicht hier und jetzt realisiert werden kann (auch wenn es in diese Richtung geht, nachdem die Egoismen langsam in der Menschheitsgeschichte abgeschliffen werden), versuchen es die Leute unterbewusst per Internet…so, als würden sie sich schämen, einer anderen Person direkt in die Augen zu schauen, wenn man miteinander spricht. Unterbewusst spürt der Mensch, dass diese Verbindung da sein könnte, und dass sie gut ist. Da er es auf Grund seiner Egoismen und Blockaden (auch durch die Gesellschaft verursachte) noch nicht schafft, in seinem direkten Umfeld (Familie, Freunde, Arbeitskollegen) irgendwie die Trennung von Gott und den Mitmenschen zu überwinden, greift er zum Internet. Da kann er sich verstecken.

Natürlich ist das wieder nur eine Kompensation. Aber die Leute werden das erst merken, wenn sie auch diese Kompensation ausprobiert und ausgekostet haben. Wenn sie dann merken, dass sie das auch nicht so toll glücklich macht, Stunden in dieser virtuellen Verbindung zu leben, werden sie weiter suchen.

Man kann einen solchen Verbindungs-Wunsch mit den anderen Seelen und Gott, eine Sehnsucht dieser Art nur sättigen, indem das gesamte Gesellschaftssystem geändert wird. Das ist nur möglich, wenn entweder alle Menschen durch Studium oder Wunder das göttliche Licht wahrnehmen und Gott aus reinem Herzen gehorchen, oder durch einen hohen Leidensdruck der Menschheit als Ganzes, auf den wir uns leider zubewegen.

Schön ist am Internet, dass ich die Kabbala erst dadurch gefunden habe.

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