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07.02.2012

Der Glückscode wird geknackt

 

Der Glückscode wird geknackt

Artikel in Kabbala Heute Ausgabe #3

In der Kabbala – der Wissenschaft vom Glück – hört das Glück auf, ein Geheimnis zu sein. Diese schwer nachvollziehbare Idee kann in ihre Komponenten zerlegt und verstanden werden. Und ebenso wie in der Formel e = mc², gibt es eine Formel für ewig anhaltendes Glück

“Schnell: Denken Sie darüber nach, was sie wirklich, tatsächlich glücklich machen würde!“
So lautete die Einführung einer Titelgeschichte der Ausgabe Newsweek im Mai 2007, welche sich mit dem Thema Glück befasste. Die führenden Psychologen, Soziologen, Biologen und Wirtschaftswissenschaftler versuchten, diese ewige Frage zu beantworten: „Worin besteht das Geheimnis des Glücks?“ oder genauer: „Was bedarf es, um uns glücklich zu machen?“


Der Dollar ist immer auf der gegenüberliegenden Seite grüner
“Vielleicht Geld?” fragten sich die Forscher. „Wenn ich das Geld hätte,“ nimmt die typische Glücksphantasie für sich in Anspruch, „könnte ich alles, was ich möchte, tun oder bekommen: um die Welt reisen, alles kaufen, was mir gefällt, unabhängig sein und über mein Leben Herr werden … Kurz: Geld ist geeignet, mich glücklich zu machen, oder?“
Überraschender Weise (oder auch nicht) zeigen jüngste Studien, dass wenn wir einmal genug besitzen, um unsere grundlegenden Bedürfnisse zu befriedigen, der Einfluss des Geldes auf unser Glück schwindet. Eine berühmte Studie weist nach, dass sogar Lottogewinner, die sehr glücklich sind, wenn sie gewonnen haben, bald ihre Euphorie verlieren. Nach einer Weile ist ihre Stimmung genau auf dem selben Niveau wie vor dem großen Gewinn.
Tatsächlich wird unsere Fähigkeit zu genießen durch Fragen wie, “kann ich das haben, was andere haben?“ überschattet, wenn wir einmal über mehr Geld verfügen, als unsere grundlegenden Bedürfnisse erfordern. Denn egal, wie viel wir verdienen, es scheint immer so zu sein, dass der Dollar unseres Nachbarn eine oder zwei Nuancen grüner ist als der unsrige.
Wirtschaftlichkeit des Glücks
Wie sieht es mit der Freizeit aus? Wenn wir weniger arbeiten würden und mehr ruhen könnten, würden wir dann unser ersehntes Glück erreichen?
Die Glücksforscher verwerfen diese Hypothese ebenfalls rundheraus. Auf der „Weltkarte des Glücks“, kürzlich durch die Schule für Psychologie an Englands Leicester University veröffentlicht, erlangten die hart arbeitenden USA einen sprühenden 23. Rang, während das urlaubswütige Frankreich hinter Platz 62 taumelte.
Nach und nach widerlegten die Glücksforscher die gebräuchlichsten Theorien über den Weg zum Glück. Sie folgerten, dass auf lange Sicht Dinge wie eine erfolgreiche Karriere, eine glückliche Ehe und sogar eine gute Gesundheit uns nicht glücklich machen.
Was also kann uns glücklich machen? Das ist die exakte Frage, welche die Forscher verdutzt zurück lässt. Irgendwie ist es einfacher, die Faktoren zu identifizieren, die uns nicht glücklich machen, als eine praktische Formel für wahres Glück zu bieten.
“Glück ist überall – auf den Bestseller Listen, in den Köpfen der Politiker, und für Ökonomen das Ziel und Zentrum – und doch bleibt es trügerisch“, folgert Rana Foroohar, der Senior Kolumnist des Wirtschaftsteils der Newsweek.
Wie werden wir also des flüchtigen Glücks habhaft?
Die Mechanik des Glücks
Um den Glückscode zu knacken, müssen wir damit beginnen zu erkennen, wer wir wirklich sind, worin unsere Natur besteht. Und dies ist sehr einfach: wir sind das Verlangen, glücklich zu sein. Mit anderen Worten, möchten wir alle Genuss erfahren, uns erfreuen, oder wie die Kabbala es ausdrückt, wir sind „der Wille zu empfangen“.
“Der Wille zu empfangen konstituiert die gesamte Materie der Schöpfung, von ihrem Anfang bis zu ihrem Ende … all die Myriaden Arten von Geschöpfen und ihre Varianten sind nichts anderes, als Anteile und veränderte Werte des Willens zu empfangen.“
Kabbalist Yehuda Ashlag (Baal HaSulam), Vorwort zur Weisheit der Kabbala.
Möglicherweise klingt das wie etwas, was Sie schon wissen. Aber unsere Natur, der Wille zu empfangen, ist anspruchsvoller als wir meinen. Er ist nicht einfach ein konstantes Verlangen, das uns ständig anstößt, Glück zu finden. Dieser Wille zu empfangen motiviert tatsächlich alles, was wir tun, bis hinunter zu den kleinsten Handlungen, die wir tätigen, selbst jeden Gedanken, den wir hegen.
Der Wille zu empfangen sucht Befriedigung in jedem Augenblick und stellt sicher, dass wir nicht ruhen, bis wir seine Forderungen erfüllt haben. Er legt auch konstant fest, wie wir uns fühlen: wenn wir ihn erfüllen, fühlen wir uns glücklich, fühlen wir uns gut, das Leben ist ein Lied, wenn nicht, werden wir frustriert, ärgerlich, depressiv und sogar gewalttätig oder selbstmörderisch.
Möglicherweise haben Sie das ebenfalls vermutet. Aber die Tatsache, die sich so oft unserer Wahrnehmung entzieht, ist – und der Schlüssel zum Knacken des Glückscodes – dass wenn einmal unser „Wille zu empfangen“ erfüllt ist, der Genuss, den wir empfinden, verschwindet.
Der große irische Autor Oscar Wilde war sich dieser Sache sicher bewusst als er schrieb, “In dieser Welt gibt es lediglich zwei Tragödien. Die eine, dass man nicht bekommt, was man verlangt und die andere, es zu bekommen. Letztere ist die schlimmste; die letzte ist eine wirkliche Tragödie.“
Die Kabbala erklärt die Mechanik dieses Prozesses: anfänglich möchten wir etwas und unternehmen Anstrengungen, es zu erlangen. In dem Augenblick, in dem wir das leidenschaftlich Verlangte erhalten, empfinden wir Genuss, Freude und Entzücken. Or, in der Sprache der Kabbala das erste Zusammentreffen zwischen Verlangen und seiner Erfüllung, ist die Spitze des Genusses.
So weit so gut – aber der Prozess ist noch nicht beendet. In dem Moment, da wir erhalten, was wir wünschen, verringert sich das Verlangen. In anderen Worten, verlieren wir allmählich das Verlangen nach dem Erhaltenen und als Ergebnis verflüchtigt sich unser Genuss … bis er gänzlich verschwindet.
Zum Beispiel wissen Sie, wie es ist, wenn Sie richtig hungrig sind: Sie könnten ein Steak verdrücken, so groß, dass es jeder Beschreibung spottet (Vegetarier: stellen Sie sich einen Tofubratling vor). Aber was geschieht, wenn Sie mit dem Essen beginnen?
Der erste Bissen ist wahre Ekstase und der nächste phantastisch. Der nächste ist gut und der nächste Bissen ist … OK und der nächste ist, was immer er auch ist. Und der nächste ist: „nicht noch einen Bissen, mir wird übel…“.
So ist es mit allem, nicht nur mit dem Essen. Wir können Jahre damit verbringen, von einem ausgefallenen Sportwagen zu träumen und wenn wir ihn schließlich unser Eigen nennen, sind wir begeistert – nun, zumindest für wenige Augenblicke oder Tage. Aber bald schon bereitet er uns immer weniger Genuß, bis er uns jegliche Freude verwährt. Und dann empfinden wir jedes Mal bei seinem Anblick nur noch den gigantischen Kredit, den wir in den nächsten zehn Jahren zurückzahlen müssen.
Der Ökonom Professor Richard Easterlin von der Universität Southern California, ein Pionier der Glücksforscher, nennt dieses Phänomen „hedonistische Adaption“, was bedeutet, „wir bekommen ein neues Auto und gewöhnen uns daran. Wir bekommen neue Kleider und gewöhnen uns abermals daran … wir gleichen uns schnell an den Genuss an, den wir erhalten …“
Aber das kann doch nicht das Ende der Geschichte sein, oder? Nach alledem, gerade so wie wir es beschreiben haben, sehnen wir uns alle nach anhaltendem Genuss. Hat die Natur uns in diesen gemeinen Kreislauf versetzt, um auf ewig unglücklich zu sein? Sollte Glück ein Märchen sein, eine Geschichte vom Weihnachtsmann, die nie wahr wird?
Die (geheime) Glücksformel
Dankenswerter Weise erklärt uns die Kabbala, dass die Natur nicht wirklich grausam ist; tatsächlich liegt es in ihrer Absicht, uns die ersehnte Freude zu gewähren. Wenn unser Drang nach Glück nicht dazu gedacht wäre, erfüllt zu werden, würden wir ihn von Anfang an nicht haben. Der Zweck der Natur liegt darin, uns selbstständig ein Gefühl vollständigen und perfekten Glücks erlangen zu lassen – nicht „irgend eine Art“ Glück oder ein Art von „meistens“ Glück, sondern ein Glück, das absolut, vollkommen und ewig ist.
Und wir sind ihm gegenwärtig näher als wir denken. Tatsächlich hat uns der jüngste Trend der Glücksforschung und unsere wachsende Erkenntnis, dass wir nie befriedigt sind, uns dem wahren Glück näher gebracht. Wir beginnen damit, das Muster zu identifizieren: Glück hat nichts damit zu tun, wie viel Geld wir verdienen oder wie gut unsere Ehe ist – es hat tatsächlich mit keiner Art von Glück zu tun, der wir nacheifern. Wir beginnen damit, die fundamentale Tatsache zu entdecken, dass Glück nur empfunden werden kann, indem wir ein anderes Prinzip des Genusses anwenden.
An diesem Punkt hilft uns die Kabbala das Glücksproblem an seiner Wurzel zu lösen. Wir haben bereits erklärt, warum wir anhaltenden Genuss niemals aus etwas ziehen können: denn in der Minute, da der Genuss das Verlangen trifft, wird das Verlangen neutralisiert. Und da unser Verlangen neutralisiert ist, können wir nicht länger geniessen.
Also besteht das Geheimnis des Glücks – wie die Kabbala erklärt – darin, eine andere Zutat diesem Prozess hinzuzufügen, den Wirkstoff „Absicht“. Das bedeutet, dass wir weiterhin unser Verlangen aufrecht erhalten, aber ihm lediglich eine andere Richtung aufsetzen: wir richten es nach außen, als ob wir jemand Anderem geben wollten. Mit anderen Worten, verwandelt unsere Absicht unser Verlangen in einen „Durchgangskanal“ für den Genuss. Daher wird der Genuss, den wir empfinden, nicht gestoppt; er wandert weiter durch unser Verlangen gemäß unserer Absicht. Und unser Verlangen ist in der Lage, kontinuierlich zu empfangen, ohne gelöscht zu werden.
Und das ist die Formel für endlosen Genuss oder anhaltende Freude. Wenn ein Mensch diese Formel anwendet, durchläuft er einen fundierten Übergang und beginnt, verschiedene Arten von Genuss zu empfinden. Die Kabbala nennt diese „spirituell“ und genau diese sind endlos.
Schlussfolgerungen – eine kurze Zusammenfassung
Was ist Glück?
Es ist das, was wir empfinden, wenn unser „Wille zu empfangen“ erfüllt wird.
Warum verschwindet er?
Weil der Genuss das Verlangen neutralisiert und ohne Verlangen können wir keinen Genuss wahrnehmen.
Wie lautet die Formel endlosen Genusses?
Eine “Absicht zu geben” unserem “Willen zu empfangen” hinzuzufügen, damit der Genuss durch unser Verlangen endlos hindurchfließt.
Wahres Glück versteckt sich hinter der nächsten Ecke und wartet auf uns, damit wir lernen, wie es sich anfühlt, wie wir unserem Verlangen eine Absicht hinzufügen. Indem wir Kabbala studieren, erwerben wir auf natürliche Weise diese neue, spirituelle Absicht und beginnen damit, in einer Art zu empfangen, wie es die Natur von uns erwartet – vollkommen. Daher bedeutet „Kabbala“ auf Hebräisch „Empfang“ – es ist die Weisheit, die uns lehrt, zu empfangen.
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[…] Kabbala bietet eine andere, ursprüngliche Lösung, die einen Menschen befähigt Glück zu erlangen, das ewig und unbegrenzt ist. Das kommt daher, da er das Verlangen und die Erfüllung in seinem Inneren verbindet und sich diese zwei nicht mehr gegenseitig aufheben, wenn sie erst einmal miteinander vereint sind. Im Gegenteil, sie vergrößern sich gegenseitig. Verwandtes Material: Blog-post: Das Verjüngungsrezept Blog-post: Was macht Frauen glücklich? Blog-post: Kabbala und Humor Kabbala Heute Artikel: Der Glückscode wird geknackt […]

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