„Jedes Individuum der Gesellschaft ist einem Zahnrad vergleichbar, welches mit anderen Zahnrädern verbunden ist. Es hat keinerlei eigene Bewegungsfreiheit, sondern bewegt sich immer zusammen mit all den anderen.”
Kabbalist Yehuda Ashlag (Baal HaSulam), Frieden in der Welt
Gibt es einen einzigen Menschen auf der Welt, der von der derzeitigen Krise unberührt bliebe?Jeder stimmt zu, dass sich etwas ändern muss; Kabbala kann uns dieses „etwas” erklären.
Pensionäre mussten zusehen, wie ihr mühsam Erspartes den Bach runter ging. Junge Paare wurden auf die Straße gesetzt, weil sie die Mieten oder Kredite für ihre Häuser nicht mehr bezahlen konnten. Das Vertrauen der Konsumenten in den USA ist auf den Nullpunkt gesunken seit 1967 das Ratensystem eingeführt wurde. Große und kleine Firmen müssen Angestellte entlassen, da die Nachfrage nach Gütern aller Art sinkt. Dies wirkt sich wiederum auf soziale Dienstleistungen und auf die Wirtschaft aus, welche ebenfalls kurz vor ihrem Zusammenbruch steht.
Jeder stimmt zu, dass man diese Probleme irgendwie lösen müsse, doch niemand weiß wie. Führende Politiker aus Europa und Asien trafen sich im Oktober in China und es gab ein G20 Treffen im November - doch bringen diese Treffen brauchbare Ergebnisse? Um ein Problem zu lösen, muss man erst dessen Ursache verstehen, doch selbst die Wirtschaftsexperten sind wie vor den Kopf gestoßen. Man erklärt die Gier, die gottlose Wirtschaft, Korruption des Marktes und der Regierungen, die Produktion von Biokraftstoffen, den freien Markt, den Ölpreis für Schuld an der Misere - um nur einige zu nennen.
Und die tatsächliche Ursache?
Entsprechend der Weisheit der Kabbala entsteht diese Verwirrung, weil wir uns hauptsächlich den Symptomen und weniger der Ursache widmen.
Wenn wir den Grund für die Wirtschaftskrise finden wollen, müssen wir die Entwicklung der Gesellschaft als Ganzes betrachten. Durch die Geschichte hindurch bezogen sich die Menschen ausschließlich auf das eigene Wohlbefinden und das der unmittelbaren Umgebung wie zum Beispiel Familien oder Stamm. Es war normal, alles andere auszubeuten, um der eigenen Familie einen Vorteil zu verschaffen. Im Lauf der Zeit wurde aber der Kreis der zusätzlich zu versorgenden Menschen immer größer. Aus Stämmen wurden Städte, Bundesländer und letztendlich Staaten. Heutzutage sind alle Schichten der Gesellschaft so eng miteinander verbunden, dass selbst die scheinbar unüberwindbaren politischen und kulturellen Grenzen in gewissem Sinne bedeutungslos wurden. Wir wurden zu einem einzigen Wesen - „Menschheit” - wo jeder Teil von der Gesundheit und korrekten Funktion der anderen Teile abhängt.
Und hier liegt die Ursache der derzeitigen Krise. Bis zum heutigen Tag funktionierte unsere Gesellschaft basierend auf gegenseitiger Ausbeutung. Die Reichen zogen Nutzen aus den Armen; entwickelte Länder bereicherten sich an den Ressourcen der unterentwickelten; sie Starken schmarotzten bei den Schwachen. Doch jetzt haben wir den Punkt erreicht, an dem die Menschheit ein einziger großer Organismus ist, wen können wir dann noch ausbeuten?
Die Ereignisse auf der Welt beweisen, dass die herkömmlichen Verhaltensmuster darin münden werden, den Organismus, dessen Teile wir sind, auszulöschen. Letztendlich bringen wir uns durch die gegenseitige Ausbeutung auf Dauer nur selbst um.
Heilung des Organismus „Menschheit”
Die Lösung liegt bereits vor uns: Wir sollten die Gesetze, die für einen Organismus im Allgemeinen besser verstehen und befolgen als jene für „Individuen”. Die Natur zeigt uns dies anhand von Modellen wie dem menschlichen Körper, Ökosystemen oder Galaxien. In einem gesunden Organismus nimmt jeder Teil nur so viel, wie er selbst zum Überleben braucht und gibt alles Übrige für das Wohlergehen des gesamten Organismus. Nichts wird verschwendet oder exzessiv konsumiert. So existiert der gesamte Organismus in Harmonie und Ausgeglichenheit.
Genauso sollten auch wir Menschen uns verhalten - den wir sind ein menschlicher Organismus. Unsere Einrichtungen - die Wirtschaft eingeschlossen - muss auf den Gesetzen des Lebens aufgebaut sein, auf Fürsorge und Gegenseitigkeit. Derzeit stehen wir auf einer Weggabelung und unser Umgang mit der Finanzmarktkrise wird Zukunft bestimmend sein. Wir können zur Vergangenheit zurückkehren und Regeln zum Schutz nationaler Prinzipien aufstellen, wie es manche Länder bereits tun. Kabbala warnt uns, dass solche Bemühungen schief gehen und uns nur weiteres Leid bescheren werden, denn es ist unmöglich, die natürliche Entwicklung rückgängig zu machen. Die Natur hat uns bereits ihre Gesetze auferlegt und wir können sie nicht weiter ignorieren - genau wie wir auch das physikalische Gesetz der Schwerkraft nicht ignorieren können.
Die zweite Möglichkeit besteht darin, sich diesen „neu” entdeckten Naturgesetzen zu widmen und sie zu verstehen - Globalisierung, Kommunikation, Interaktion und Abhängigkeit. Dann werden wir eine Welt der gegenseitigen Fürsorge erschaffen um das Überleben jedes Menschen zu garantieren. Kabbala sagt uns, dass wir in diesem Prozess bisher ungenützte Möglichkeiten und Ressourcen in und um uns herum finden werden - dank der neuen und gesünderen Verbindung zwischen uns.

