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05.02.2012

Die Natur hat Krebs

 

waldbrandWie schön sie doch heißen. Vivian, Lothar, Jeanett, Kyrill, Durian… und nicht zuletzt Katrina: nicht ein wunderschöner Name? Sie kündigen sich kurzfristig an, kommen, gehen und hinterlassen einen tiefen Eindruck: Hurrikane, Orkane, Stürme, Taifune. Stürmische Ausraster der Natur. Sie verwüsten spielerisch ganze Städte und hinterlassen Angst und tiefe kindische Verwunderung: was war das eben und warum eigentlich?

Überflutungen, Waldbrände, Dürren, Erdbeben. Hier und da unternimmt die Natur scheinbar zusammenhanglos kleine und große Selbsteliminierungen, schlägt um sich herum, hysterisch, streitsüchtig und vollkommen grundlos. Was hat die Natur nur? Hmm. Na ja. Wir machen hier mal weiter. Vollkommen ungehört kränkelt die Natur vor sich her. Hier und da reden Politiker große Worte über den Erhalt der Natur, Klimaveränderung, Ökologie. Angela Merkel will beim G8 eine Temperaturerhöhung von nur 2 Grad bis 2050 durchsetzen und schafft es fast! Wow. Ein Konzert für das Wohl der Natur und zum Zweck des Energiesparens verbraucht so viel Elektrizität, dass Afrika davon ein Jahr lang leben könnte. Es ist, als würden zwei Ehepartner streiten, die schon lange nichts mehr einander zu sagen haben. Sie: Du liebst mich nicht!!! Er: was hast du nur? Ich komme doch schon früher nach Hause.


Dabei steht es ganz schlecht um uns. Denn die Natur hat Krebs. Und der Tumor sind wir. Die ganze Natur funktioniert wie ein einziger Organismus. Alles lebt in Harmonie miteinander. Jeder Organ und jede Zelle sind lebensnotwendig. Denn sie erfüllen alle eine Funktion. Jeder nimmt sich nur soviel wie notwendig und dient ansonsten der großen Natur, ihrem Gleichgewicht, ihrer Gesundheit. So bleibt die Natur erhalten. Eine Pflanze wächst aus der Erde, nimmt sich, was sie braucht, und produziert Sauerstoff. Das Lamm frisst die Pflanze und dient als Fressen für den Wolf. Der Wolf reißt die kranken und langsamen Tiere der Herde. Flora und Fauna regulieren sich von selbst. Denn alles verbraucht so viel wie notwendig und produziert so viel wie möglich – die Natur ist altruistisch.
Nur der Mensch, der tut das nicht. Sein Ego wächst, sein Konsum steigt ins Unermässliche, er ist ein chronischer Ausbeuter: seines Nächsten, der Natur, der Welt. Er will nicht nur Nahrung und Heim: er will Geld, Macht, Ehre, und er will das auf Kosten der Anderen. Denn wenn es auch Anderen genau so gut oder – Gott behüte! – besser geht, dann macht das nur halb so viel Spaß.
Der Mensch ist die einsame Zelle des Körpers der Natur, die sich entschließt, nicht mehr zu geben und nur zu verbrauchen. Und so eine Zelle wird Krebszelle genannt. Sie verbraucht ihre Nächsten und sie wächst. Sie bildet Metastasen, greift um sich und zerstört. Sie ist lebensgefährlich – und der Körper will sie nicht. Die Natur will uns nicht. Nicht so. Ihre Ausraster und Krankheiten sind Nebenwirkungen einer selbstverschriebenen Chemotherapie. Die Natur hat Krebs. Und der sind wir.

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