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07.02.2012

Die spirituelle Traumwelt leben

Die spirituelle Traumwelt leben

Artikel in Kabbala Heute Ausgabe #5

„Er fühlte, dass sein ganzes Leben eine Art Traum war und fragte sich manchmal, wessen Leben es war und ob derjenige dieses genießen würde.“ - Douglas Adams, Per Anhalter durch die Galaxis.

Wir alle beginnen unser Leben mit der Wahrnehmung in dieser körperlichen Welt, bis wir eines Tages ein einzigartiges Verlangen nach etwas Neuem und Anderem entdecken, was meist „Spiritualität“ genannt wird. Wir versuchen uns vorzustellen, was dort in der spirituellen Welt vor sich geht und versuchen, uns auszumalen, wie anders das Leben wäre, wenn wir die Spiritualität so fühlten, als ob sie nicht vor uns verborgen wäre. „Wie sieht es dort aus?“ fragen wir uns und „Was geschieht dort eigentlich?“
Kabbalisten sagen uns, dass es in der physischen Welt Hinweise gibt, die uns dabei behilflich sind, besser zu verstehen, was Spiritualität ist. Ein solcher Hinweis, der uns helfen kann, unsere Fragen zu beantworten, sind unsere Träume.
„Waren wir wie Träumende“ – Psalm 126
Diejenigen, welche die Spiritualität fühlen – Kabbalisten – sagen uns, dass sie vor der Erreichung des Spirituellen „wie Träumer“ waren. Doch was kann uns dies über die Spiritualität lehren?
Wir alle haben Träume und wir wissen, dass diese fröhlich, traurig, aufregend, langweilig, voller Genuss, erschreckend und dergleichen mehr sein können. Träume umfassen die gesamte Skala aller möglichen Emotionen und manchmal fühlen sich diese so real an, dass wir schwören könnten, diese seien im realen Leben passiert.
Es ist nur einer dieser Träume …
Doch wie real sind Träume? Wenn wir die Abendmahlzeit nicht einnehmen würden und hungrig zu Bett gingen, könnten wir beispielsweise davon träumen, ein opulentes Festmahl zu verzehren. Wir schlingen gierig bis zu dem Punkt des Vergessens, unfähig noch einen Bissen zu verzehren, doch am Morgen, wenn der Wecker klingelt und wir aus diesem schönen Erlebnis erwachen, ist unser Magen leer und knurrt vor Hunger. So war das Festmahl also nur ein Traum, während in der Realität unser Magen leer blieb.
Denken Sie nun an jemanden, der ein sehr bescheidenes Leben führt und den Groschen zweimal umdreht, bevor er diesen auch ausgibt. Eines Nachts würde dieser Mensch von einem Lotteriegewinn träumen: Nun ist er Millionär, sein Leben von verächtlicher Armut nur noch eine entfernte Erinnerung. Den ganzen Tag lang genießt er jetzt seine Freizeit und Glückseligkeit, bis er plötzlich aufwacht.
Was wäre, wenn ihr jetziges Leben nichts weiter als einer dieser Träume wäre? Kabbalisten sagen, dass das „wahre Sie“ die Seele ist und die „reale Welt“ die Spiritualität, doch der Traum den Sie haben, scheint völlig real zu sein, und macht Sie glaubend, dass Sie das „physische Sie“ wären und die Welt in der Sie leben, die „physische Welt“.
Dies meinen die Kabbalisten mit ihrem „Hinweis“, wenn diese ihr Gefühl vor der Erreichung des Spirituellen mit einem Traum vergleichen. Diese Analogie weist darauf hin, dass unser physisches Leben wie ein Traum ist und alles, was uns geschieht, unsere gesamte körperliche Existenz, nicht unser wahres Leben ist, sondern ein vorübergehender Traum unserer Seele.
Die Seele hat viele Träume und jeder Traum fühlt sich an wie eine körperliche Lebensdauer. Doch wenn die Seele erwacht, entdecken wir, dass es weder eine Lebensdauer noch Zeit überhaupt gibt, sondern nur eine ewige, spirituelle Realität.
Das Nickerchen anhalten
Was ist erforderlich, um uns aus unserem ständigen Traum zu erwecken? Die meisten von uns wachen mit dem lästigen Klang des Weckers auf, der laut genug quietscht, um jeden Traum zu unterbrechen. In der Spiritualität gibt es Verlangen – anstelle von Weckern.
So wie der Klang eines Weckers von außerhalb unserer Existenz in der Traumwelt ertönt, so ist das spirituelle Verlangen in uns kein Teil dieser Traumwelt, „physisches Leben“ genannt. Eines Tages ertönt dieses spirituelle Verlangen aus unserer wahren, spirituellen Existenz heraus, winkt uns herüber zu erwachen.
Und so, wie einige von uns bis zur letzten Minute die „Dösen“-Taste drücken, fühlen viele von uns ihre spirituellen Verlangen als reine Belästigung, nicht annähernd stark genug, um uns aus unserem spirituellen Schlaf zu erwecken. Doch je stärker das spirituelle Verlangen wird, desto mehr erfordert es unsere Aufmerksamkeit.
Doch hier fangen physische Träume und spirituelle Träume („physisches Leben“ genannt) an, sich zu unterscheiden. In unseren körperlichen Träumen ist ein kurzer Schock alles, um in der Realität zu erwachen, wohingegen wir, um von unserem spirituellen Traum zu erwachen, diesem Verlangen durch unsere eigene Unterstützung zu dessen Entwicklung verhelfen müssen.
Wie können wir dies tun? Wir erzeugen dies durch das Lesen von authentischen Texten, welche Kabbalisten geschrieben haben, die bereits erwacht sind, sowie durch die Auswahl eines wahren, spirituellen Lehrers und durch das Studium mit Freunden, die auf dem gleichen Weg sind. Anders ausgedrückt, beschleunigen wir unseren Prozess des Erwachens, anstatt darauf zu warten, bis zur Unerträglichkeit angestoßen zu werden.
Und was ist dieses spezielle Verlangen, dieser „Wecker“, der von der spirituellen Welt zu uns ruft? Es ist ein einfaches Verlangen aufzuwachen und die wahre, spirituelle Existenz zu fühlen. Es ist der deutlich wahrnehmbare Ruf unseres spirituellen Wachzustandes, der uns ruft, zu Bewusstsein zurückzukehren und in das reale Leben.

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