Saubere Städte, wunderschöne Natur, hohes Bruttoinlandseinkommen: was braucht man mehr zum Glück? Offenbar fehlt doch was. Denn: die Schweiz belegt laut Uno-Drogenbericht 2007 Spitzenplätze beim internationalen Drogenverbrauch. Bei einem neuartigen Verfahren konnten aufgrund von Abwasserwerten Schlüsse über den Kokainverbrauch von Großstädten gezogen werden. Sowohl Zürich als auch St.-Moritz sind unter den ersten zehn. Basel hat es immerhin auf Platz 12 der Drogengiganten geschafft.
Die Drogen sind unverändert auf Siegeszug in Europa, dem arbeitswütigen Hobbitparadies der Mittelerde, wo die Wirtschaft boomt und die Gesellschaft innerlich zerfressen ist. Auch USA, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, ist Spitzenreiter des Drogenkonsums: beim gleichen Drogentest des Abwassers liegt New York beim Kokainverbrauch mit Abstand an erster Stelle. Dabei ist Antonio Mario Costa, der Vorsitzende der UNO-Drogen-Kommission, mit den Ergebnissen des Drogenberichts relativ zufrieden: denn zumindest stagniert der Drogenkonsum - er stagniert, weil die zivilisierte Welt sich fest entschlossen hat, den Drogen Einhalt zu gebieten. Durch Polizeiaktionen konnte weltweit um die Hälfte der geschmuggelten Drogen beschlagnahmt werden; durch breit angelegte Aufklärung, Beratung und Behandlung versuchen die Regierungen, den Süchtigen zu helfen und Neuzugang auf dem Drogenmarkt zu verhindern.
Dennoch bleibt der Drogenkonsum gleich. Kaum wurde die Drogenproduktion im Goldenen Dreieck weitgehend zurückgedrängt, steigt Afganistan zum Global Player auf dem Drogenmarkt auf: dort werden heute um die 92% der gesamten Heroinmenge hergestellt. Verbissen versucht die Welt, die Metastasen eines riesigen Krebsgeschwüres abzuschneiden, und sieht zu, wie an ihren Stellen sofort neue nachwachsen.
Dabei sind die Drogen der Menschheit seit über 6000 Jahren bekannt. Doch noch nie war das Ausmaß ihrer Benutzung so allumfassend und so verheerend. Es scheint, als wolle die Menschheit sich einfach ins Vergessen stürzen - gerade an denjenigen Orten der Erde, wo der Wohlstand stabil und alles zu haben ist. Doch gerade da, wo alle Wünsche erfüllt sind, bleibt die größte Leere zurück. Dort, wo die Menschheit alles erreicht hat und sich in allem getäuscht hat, will sie nur noch vergessen. Den Tag, der gerade noch überstanden ist, und das Leben, das nichts mehr zu bieten hat.
Das westliche Wunderland ist an einem Punkt angelangt, an dem es in nichts mehr Sinn sieht, und an dem pubertierende Jugendliche bereits so alt sind wie die Welt, die ihnen keine Erfüllung mehr verspricht. Doch für die Zukunft von Drogen darf man ruhig schwarzsehen. Denn irgendwann werden Drogen nicht mehr reichen. Denn, wie Prof. Michael Laitman, Kabbalist und Erkenntniswissenschaftler in einem Interview der jungen Zeitung „Totalglobal“ sagte, wird das Leid irgendwann an die eigene Haustür klopfen; der Mensch wird keine Kraft mehr haben, morgens aufzustehen, will ihm der Sinn fehlt. Der Sinn für das Ganze. Und dieser Mensch wird nicht mehr zu Drogen greifen, sondern nach einer wahren, dauerhaften Lösung suchen. Und sie finden.
