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09.09.2010

Ein Requiem für utopische Träume

 Während wir zusehen wie der „Amerikanische Traum” eines erfolgreichen, blühenden, freien Markts vor unseren Augen verschwindet, verwundert es nicht, dass unser Glaube an Veränderung ebenfalls dahinschwindet. Und dennoch sieht die Zukunft von der Vogelperspektive eines Kabbalisten viel glänzender aus.

Von Plato bis John Lennon haben viele große Denker eine perfekte Gesellschaft ausgemalt, wo es keine Armut, Krieg, Hass, Ausbeutung, Kriminalität oder Rassismus gibt und jeder in Frieden und Harmonie lebt.
Wie auch immer würde man heute eine übergroße Portion von Don Quixotes Naivität brauchen, um an solchen Träumen fest zu halten.

Leben wir in einer Ära ohne utopische Träume? Eine Ära ohne Hoffnung, ohne glänzende Zukunft, die am Horizont schimmert? Nicht unbedingt. Aus der Perspektive der Kabbala bietet diese Zeit die perfekten Rahmenbedingungen damit eine fundamentale Veränderung stattfinden kann.

Die Zukunft aus der Vogelperspektive

„Wir waren mit der gesamten Menschheit zusammen in einer schrecklichen Wüste verloren und jetzt haben wir einen großartigen, ergiebigen Schatz gefunden … der unsere verlangenden Seelen mit Üppigkeit und Inhalt reichlich erfüllt. Dennoch verbleibt die Erinnerung an unsere Freunde, die hoffnungslos in der schrecklichen Wüste zurück geblieben sind in der Tiefe unserer Herzen … Aus diesem Grund haben wir dieses Horn errichtet, um laut hinein zu blasen, damit unsere Brüder hören und näher kommen mögen und glücklich sind wie wir.”

(Der Kabbalist Baal HaSulam, „Aufbau der Gesellschaft der Zukunft”

In diesem Vers, der vor 60 Jahren geschrieben wurde, spricht der Kabbalist Baal HaSulam über die ideologische „Dürre” unserer Ära. Er statuiert, dass es höchste Zeit ist, die Gesetze und Prinzipien einer richtig funktionierenden Gesellschaft zu erklären - einer Gesellschaft, die auf spirituellen Naturgesetzen gründet. Die Mitglieder einer solchen Gesellschaft werden in Harmonie untereinander leben wie auch mit der sie umgebenden Natur, weil die Gesellschaft auf dem gegenseitigen Geben gründen wird - das wichtigste Gesetz der Natur.

Seine Beschreibungen kommen nicht von einer imaginären Vision, einer poetischen Idee oder einer romantischen Phantasie. Noch wurden sie durch philosophische Schlussfolgerungen oder durch eine geschickte historische Analyse abgeleitet. Ein Kabbalist ist einer, der die spirituelle Welt enthüllt hat - das Gesamtbild der Realität- und demzufolge eine Vogelperspektive der Entwicklung der Menschheit hat.
Genau so wie Baal HaSulam die Ereignisse der 40er Jahre (einschließlich des Zweiten Weltkrieges und das Nazi-Regime) wie auch die heutige Aufruhr exakt voraussah und beschrieb, sah er auch, wie unsere Welt während der letzten Generation sein wird. Und auch wenn seine Worte irgendwelche Bilder über „utopische Träume” in uns hervorrufen können, basieren sie tatsächlich auf praktischen Erfahrungen und auf einer äußerst rationalen Herangehensweise.

Ein Sprungbrett zur Spirituellen Welt

„Wir haben die Möglichkeit, uns die Lebensbedingungen der letzten Generation anzuschauen - die Zeit des Weltfriedens. Die Leute werden nur die Form des Gebens benutzen und keinesfalls die Form des Empfangens. Und es ist gut dieser Lebensart zu folgen, damit sie uns als eine Lektion und als Modell dienen wird, um unsere Gemüter unter der Flut von Wellen in unseren Leben zu beruhigen.”

(Der Kabbalist Baal HaSulam, „Frieden in der Welt”)

Was ist so gut und einzigartig an einer Gesellschaft, die auf spirituellen Prinzipien gründet, eine Gesellschaft deren größte Wertvorstellung darin besteht, die egoistischen Bestreben und Absichten zu ändern, die uns von Natur aus dorthin lenken, was uns bis anhin unbekannt war - das Geben an unsere Mitmenschen? Eine Gesellschaft, die es uns ermöglicht, die ewige Besorgnis um uns selbst aufzugeben, indem wir uns mit tausenden von Leuten umgeben, die sich um unsere Bedürfnisse kümmern werden?

Kabbalisten haben einen Namen für diese familiäre, warme Beziehung zwischen Mitgliedern einer Gesellschaft:
„Gegenseitige Bürgschaft”. Das ist das magische Werkzeug, das es jedem Individuum ermöglicht, aus der alltäglichen Existenz in eine neue Dimension auszubrechen, um dort eine vollkommen andere Wahrnehmungsebene zu entdecken.

Und was unterscheidet diese Gesellschaft von anderen Utopien, welche immer und immer wieder gescheitert sind? Der fundamentale Unterschied ist, dass „die Letzte Generation”, von der Baal HaSulam spricht, nicht an und für sich das Ziel ist, sondern ein einfaches Mittel, ein „Sprungbrett” zur Spirituellen Welt.

Die Alternative

Während die perfekte Gesellschaft, die durch Baal HaSulam skizziert wird, heutzutage unrealistisch zu sein scheint, müssen wir uns fragen: Haben wir überhaupt eine Alternative? Es ist klar, dass die Menschheit schnell zu einer sehr heiklen Zukunft hin voranschreitet. Die Finanzkrise, die in den Vereinigten Staaten begonnen hat und sich über die ganze Welt verbreitete, hat zum tausendsten Mal bewiesen, dass der Schmetterlingseffekt mehr als nur ein Klischee ist. Mit jedem Jahr, das vergeht, gewinnen wir eine größere Erkenntnis über unsere absolute Verbindung miteinander. Wir entdecken stufenweise, dass wir Mitglieder der menschlichen Rasse den Zellen eines Körpers ähnlich sind. Und was gibt es für die Zellen in einem Körper für eine andere Art, miteinander zu interagieren, wenn nicht so wie es Baal HaSulam in der Letzten Generation beschreibt?

Das einzige Heilmittel für unseren Zustand muss generell oder global sein, und das Modell der Letzten Generation ist genau zu diesem Zweck entworfen worden, basierend auf der Realität unserer globalen, gegenseitigen Abhängigkeit und Verbindung. Es ist durch die Tatsache begründet, dass der einzige Weg für uns, um Erfolg zu haben und voranzukommen ist, wie Zellen eines Körpers zu leben - durch das Prinzip des gegenseitigen Gebens.

Die Letzte Generation wird wie eine Familie sein, dessen Mitglieder die gemeinsamen Bürden unter sich aufteilen und ihre stärksten Bemühungen ins gemeinsame Wohl investieren. Jedes Mitglied der Familie hat eine Rolle, der eine wird nicht durch mehr Essen dafür belohnt, dass er mehr Stunden arbeitet. Viel eher besteht das spirituelle Prinzip, das allen Gleichheit garantiert, darin, dass jeder danach strebt, die stärksten Bemühungen so zu investieren, dass die Gesellschaft davon profitiert, und dementsprechend die grundlegenden Bedürfnisse jedermanns gedeckt werden.

Das grundlegende Prinzip für die Mitglieder einer Familie - und der Gesellschaft der Letzten Generation - ist die Idee des Gebens an seinen Mitmenschen, wo an und für sich die Möglichkeit des Gebens die höchste Belohnung ist. Weshalb ist das so? Weil das Geben an andere uns der Natur auf der höchsten Stufe gleich macht.

Quelle: Kabbala Today # 19

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