Zwischen vernünftiger Wirklichkeit und genialer Illusion. Der Wissenschaftsjournalist Bas Kast wurde kürzlich Teil eines ungewöhnlichen Experiments. In einem Labor in Sidney wurde sein Gehirn „abgeschaltet“, um sein „inneres Genie“ zu wecken und seine Wirklichkeitswahrnehmung zu verändern. Unser Gehirn, so lautet es in der modernen Medizin, ist dazu da, um uns vor einem Tod durch Informationsüberflutung zu schützen. Es lässt nur einen beschränkten Teil der Information durch, nur das, was wir wahrzunehmen und zu verarbeiten vermögen - es schirmt uns von der Wirklichkeit ab.
Nicht nur das - wenn man Professor Allan Snyder von der Universität Sidney fragt, stört das Gehirn in Wirklichkeit nur. Es hindert uns, unser inneres Genie. In der „Abschaltung“ des Gehirns liegt also der Schlüssel zur Genialität und zu einer grundlegend anderen Wirklichkeitswahrnehmung.
Das wollte der Journalist Bas Kast genauer wissen und unterzog sich in Sydney einer Behandlung durch einen Magnetstimulator, der Störsignale an seine Nervenzellen verschicken sollte und ihn in eine Art „Autistisches Genie“ verwandeln sollte. Sein Bericht ist u.a. in einem Beitrag der ZEIT nachzulesen.
Was herauskam: Bas Kast konnte plötzlich besser zeichnen und seine Wirklichkeit und Umgebung gewannen an Farbe. Das wirklich Wichtige: wie sich immer wieder bestätigt, wie sehr unsere Wirklichkeit ein sinnliches, bruchstückenhaftes imaginäres Gebilde ist, durch Gehirn und Hormone beschränkt und kleinkariert. Was bleibt: die wahre Wirklichkeit zu suchen und zu erkennen.
