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05.02.2012

Globalisierung 101

Wir leben in einer globalisierten Welt, doch nur ein paar Eingeweihte wissen, was das Wort “globalisiert” wirklich bedeutet oder noch wichtiger, wie es unser Leben beeinflusst. Willkommen zum notwendigsten Unterricht in unserer heutigen Welt.
Globalisierung. Dieses Wort wurde erst kürzlich unserem Vokabular hinzugefügt, und ist den meisten Menschen noch nicht verständlich.

Was bedeutet es? „Globalisierung ist der Verwandlungsvorgang von örtlichen oder regionalen Phänomenen zu globaler Größe. Man kann es als Vorgang von Vermischung oder Homogenisierung beschreiben, in welcher die Menschen zusammen in einer einzigen Gesellschaft und Funktion vereint sind”. Soweit die Ausführung des Internetlexikons Wikipedia.

„Globalisierung ist die Zusammenarbeit und Integration aller Menschen, Firmen und Regierungen verschiedener Nationen, ein Vorgang, der durch internationalen Handel und Investitionen angetrieben und von Informationen und Technologien unterstützt wird. Dieser Ablauf beeinflusst die Umgebung, Kultur, politische Systeme, ökonomische Entwicklung und den Wohlstand in allen Gesellschaften auf der Welt”, so die Erklärung von Globalition101.org.

Die Wissenschaft der Kabbala erklärt, dass die „Globalisierung die Enthüllung eines neuen Grades an Verbindung unter uns ist”.

Nicht gerade, was Sie erwarten würden

Sie mögen denken, dass gemeinsame Informationen, gemeinsames Freud und Leid und eine gemeinsame Verantwortung uns allen gut täte, doch die jetzige finanzielle Krise zeigt ganz klar, dass uns die Globalisierung noch mehr Probleme gebracht hat.

Wie kommt das? Die Kabbala erklärt dies damit, dass wir das gesamte globale System falsch verwenden: anstelle Zusammenarbeit zu erlernen, versuchen wir uns gegenseitig zu dominieren und zu unterdrücken.

Diese Haltung hat uns in eine traurige Lage gebracht und nun eilen die Weltführer herbei, um diese Situation zu retten, indem sie angemessenere Methoden ansetzen: „Eine Hand wäscht die andere”. Doch auch wenn wir dieses Modell nachahmten, wenn wir aufhörten, uns gegenseitig zu belügen und anfingen „ehrliche Geschäfte” miteinander zu machen, würde das nicht helfen. Die Globalisierung hat uns zu einem Punkt gebracht, wo wir wie Zellen in einem Körper sind. Wir sind so miteinander verkoppelt, dass es keinen Zweck mehr hat, ehrliche Geschäfte miteinander zu machen und eine gerechte globale Regierung oder eine globale Bank zu gründen, da diese wieder die gleichen egoistischen Kalkulationen anstrengen, um den eigenen Hals aus der Schlinge zu ziehen.

Genau dies machen aber die politischen und wirtschaftlichen Führer - die G20 - sie diskutieren die Erschaffung eines gemeinsamen, globalen lenkenden Systems. Leider wird dies auch nicht die jetzige ökonomische Krise lösen, weil das wirkliche Problem darin liegt, dass wir das allumfassende Gesetz der Natur übertreten haben. Unsere Systeme müssen nicht nur auf gerechter Lenkung, Vereinbarungen und Ehrlichkeit basieren, sondern sie sollten auch als Element eines einzigen Systems fungieren - wir müssen die anderen für genauso wichtig erachten wie uns selbst.

Die Kabbala warnt uns davor, unsere Systeme auf den egoistischen Gesetzen basieren zu lassen. Auch wenn sie sehr offen und ehrlich sind und der Regel folgen: „Was deins ist, ist deins, was meins ist, ist meins”, werden sie nicht funktionieren und uns sogar in noch größere Schwierigkeiten bringen.

In einer globalisierten Welt haben sich die Regeln verändert.

Globalisierung bedeutet, dass wir entdecken, dass unsere Verbindung untereinander Teil eines einzigen globalen Systems ist. Und als solches müssen wir feststellen, dass alles kollektiv ist, und die einzige Art und Weise zum Überleben eines jeden Einzelnen ist, sich um den anderen zu kümmern. Die einzigen Dinge, die man als persönlichen Besitz betrachten sollte, sind jene zur Lebenserhaltung des Individuums - alles andere sollte im Besitz aller Menschen sein: die natürlichen Ressourcen, Güter und Produkte, Erziehung, Gesundheitswesen und alles andere. Wir werden kein Ende der Krise sehen, wenn wir nicht zu solchem Verhalten kommen. So sehr und so lange wir uns auch bemühen, die Dinge mit unserer egoistischen Logik zurechtzurücken, werden wir von einer Krise in die nächste geraten.

Kabbala erklärt, dass uns die Natur als einziges integrales System behandelt, welches dem Gesetz folgt, nach welchem alle seine Teile in absoluter Verbundenheit mit einander existieren. Keiner kann diesem Gesetz entkommen, genau wie wir der Schwerkraft nicht entkommen können.

Man könnte dem entgegenhalten, dass man diesem Prinzip bereits folge, indem man „ehrliche Geschäfte mit den anderen macht”. Wo liegt dann das Problem? Die Tatsache ist, dass, auch wenn man ein rationales System von Interaktionen, gegenseitiger Wechselwirkung unter den verschiedenen Ländern schaffte nach dem Motto: „Was mein ist, ist meins, und deins ist deins”, wir eine noch größere Krise schaffen würden. Warum? Weil wir damit trotzdem immer noch versuchen, Nutzen von unserer Verbindung zu erhalten. Anstelle den Egoismus zu korrigieren, vergrößern wir in.

Das Endresultat wird dann eine Krise sein, die uns zeigt, was passiert, wenn wir versuchen, die Natur zu umgehen. Sie wird stärker und schlimmer sein als die jetzige, und uns lehren, wie man es nicht machen soll.

Ein klügerer Weg

Was schlägt uns nun die Kabbala als Alternative vor? Sie sagt uns, wie wir uns unsere zukünftige Art der Existenz vorstellen sollen: Die Menschheit funktioniert als einziger integraler Körper. Dann sollten wir sofort diese Vision nach besten Kräften in die Tat umsetzen.

Das heißt nicht, dass wir uns nun einfach mit dem Einsatz von ehrlichen Verteilungen zufrieden stellen sollten. Was wir tun können, ist das Prinzip „Meins ist meins und deins ist deins” als ersten Schritt akzeptieren, und dabei gleichzeitig mit einer intensiven Bildungskampagne beginnen, die die Welt die Gesetze unserer gemeinsamen Existenz lehrt. Dies wird den Menschen zeigen, dass unsere Gesellschaft wie ein einziger Körper funktioniert und wir sollten sie dabei ermutigen, sich dementsprechend zu verhalten.

Der größte Kabbalist des zwanzigsten Jahrhunderts, Rav Yehuda Ashlag, gibt uns folgende Parabel: Wir haben uns in der Wüste verloren und wissen nicht, wohin. Unsere Kräfte sind am Ende, und wir merken, dass der Weg in die Wüste unvermeidbar war. Und nun entdecken wir den Weg, den wir gehen müssen. An seinem Ende liegt ein Schloss voll allen Schätzen, die es auf der Welt gibt.

Wir sind dabei aufzugeben, und plötzlich erhalten wir eine Landkarte von Menschen, die von oben alles sehen können. Wenn wir uns danach orientieren und unsere Haltung der Welt gegenüber ändern, werden wir entdecken, dass die ganze Welt für diesen Weg geschaffen wurde und mit einem Mal haben wir die Kraft, das Ziel zu erreichen.
Daher ist heutzutage die praktischste Lösung herauszufinden, wie es in unserer Welt aussieht, wie wir darin leben, wie man in einem integralen System lebt und dass wir alle „im gleichen Boot” sitzen. In diesem Boot hängt alles von jedem Individuum ab. Weil wir in einer ökologischen und globalen menschlichen Gesellschaft leben, müssen wir lernen, wie wir uns am besten an dieses System anpassen und für einander sorgen können.

Quelle: Kabbala Today # 18

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