
Die Kampagne ‘Gratis-Umarmungen’ ist eine gesellschaftliche Bewegung, die gratis Umarmungen vergibt, wer auch immer sie möchte. Es wurde im Jahr 2006 in einem Video auf YouTube, das von der australischen Band Sick Puppies produziert wurde, veröffentlicht. Es dokumentiert den Start von Juan Manns Kampagne ‚Gratis-Umarmungen‘ in Sydney.
Anfangs waren die Menschen misstrauisch gegenüber dem Fremden auf der Strasse, der anbot, jeden zu umarmen, der es wollte. Bald jedoch machte das Misstrauen den Weg für begeisterte Akzeptanz frei. Als Behörden versuchten, die Kampagne zu stoppen, unterschrieben über 10.000 Menschen eine Petition zu ihrer Fortsetzung.
Die Reaktion auf das YouTube Video war erstaunlich. Menschen aus Russland, China, den USA, Süd-Amerika, Israel, Portugal und schier von überall auf der Welt verbanden sich in dieser neu ins Leben gerufenen Bewegung. Sie gingen hinaus zu überfüllten Plätzen und boten allen, die es wollten, Gratis-Umarmungen an. Der Video-Clip wurde derzeit mehr als 28,5 Millionen Mal gesehen und es wurden mehr als 500 Video-Antworten gepostet.
‚Gratis-Umarmungen‘ zeigt, wie das Internet angewendet werden kann, um die Menschheit über die Grenzen von Raum und Zeit zu verbinden. Gedanken können sofort von einem Ende der Welt zum anderen fließen. Plötzlich sind Freundschaften nicht durch Entfernungen begrenzt und man stellt fest, dass Menschen gleichgesinnt sein können, selbst wenn sie von der anderen Seite des Globus sind.
Warum ist all das geschehen? Was ist die Bedeutung dieser Veränderung der globalen Gesellschaft und wohin wird uns das führen?
Kabbala lehrt uns, dass die gesamte Menschheit tatsächlich Scherben einer einzigen Seele sind. Diese Seele zerbrach und fiel in diese Welt, wo die angeborene Verbindung aller Teile der gemeinsamen Seele vor uns verborgen ist. Stattdessen sehen wir uns selbst in unserer jetzigen eingeschränkten Wahrnehmung der Wirklichkeit, als getrennte und unterschiedliche Individuen, die in einem System von Raum und Zeit leben.
Der Verlust unserer angeborenen Verbindung zueinander führte dazu, dass wir äußert fehlerhafte Beziehungen zueinander haben. Fünf Minuten im Internet surfen wird jedem die Vielzahl an Möglichkeiten zeigen, die sich die Menschheit ausgedacht hat, um einander zu gebrauchen und zu missbrauchen.
Gemäß der Kabbala ist das Ziel der Existenz der Menschheit, die Verbindung, die wir verloren haben, wiederherzustellen. Wenn wir in der Lage sind, das zu tun, werden wir erkennen, das Raum und Zeit nicht wirklich auf die Art existieren, wie wir denken; sie sind einfach die Art, wie wir die Wirklichkeit in unserem jetzigen gefallenen Zustand wahrnehmen.
Genau wie Juan Mann können wir als Hilfe das Internet als Werkzeug einsetzen, damit wir zu der Erkenntnis gelangen, dass wir alle miteinander verbunden sind. In den kommenden Jahren wird dieses „Miteinander-verbunden-sein” schnell sichtbarer werden. Mit dem Erkennen unserer wechselseitigen Verbindung wird das Verständnis dafür kommen, dass ich mir selbst schade, wenn ich meinem Mitmenschen Schaden zufüge, weil wir alle Teil eines einzigen großen Systems sind. Dies wird ein großes Verlangen in immer mehr Menschen hervorrufen, zu lernen, wie wir uns wahrhaft verbinden können.
Doch Verbindung wird für uns nicht auf selbstverständliche Weise kommen, nicht durch Gratis-Umarmungen selbst. Hier benötigen wir die Weisheit der Kabbala, die uns lehrt, wie wir zu unserem verbundenen Zustand zurückkehren können. Durch Befolgen ihrer Methodologie können wir wieder die eine Seele werden, die wir ursprünglich waren.
