
Das Wort „Kabbala” ruft viele, oft widersprüchliche Vorstellungen hervor. Wenn die Menschen dieses Wort hören, kreisen ihre Gedanken sofort von „Madonna, Heilsprüche und rote Armbänder” bis zu „uralte Weisheit, Ewigkeit und Perfektion”. Gibt es irgendein Gesetz oder eine Ordnung für dieses Durcheinander an Assoziationen? Und welche von ihnen ist denn die wahre, authentische Weisheit der Kabbala?
Die Antwort ist ganz einfach: Es kommt drauf an, wer dieses Wort benutzt. Tatsächlich ist ein Mensch erst dann bereit, zu hören und zu verstehen, was die authentische Kabbala ist, wenn sein Punkt im Herzen erwacht, d.h. sein Bestreben, den Zweck des Lebens zu entdecken und die Verbindung zur Quelle des Lebens, dem Schöpfer, zu spüren. Nur solch ein Mensch kann die Kabbala begreifen. Für diejenigen jedoch, deren Punkt im Herzen noch schlummert, verbleibt die Weisheit der Kabbala unzugänglich. Ähnlich wie man anderen nicht die wahre Essenz über bestimmtes Wissen geben kann, wenn man sie nicht vorher vorbereitet hat, dieses korrekt zu verwenden.
Gleichzeitig sehen wir, dass viele Menschen Kabbala mit allen möglichen Absichten „ausüben” außer der, den Schöpfer zu erreichen. Manche Leute verwenden die Kabbala in der Hoffnung, wundersame Eigenschaften zu meistern, das Schicksal zu lenken und andere zu manipulieren. Die Wahrheit ist, dass diese Bemühungen aufgrund ihrer psychologischen Auswirkungen bei Menschen sogar funktionieren könnten, weil sie daran glauben.
Wenn ein Mensch zum Beispiel überzeugt ist, dass er, seitdem er Kabbala studiert, noch nie da gewesene Kraft und Selbstvertrauen bekommen hat, dann stimmt das höchstwahrscheinlich. Dies hat jedoch sehr wenig mit Kabbala, sondern mehr mit Psychologie zu tun (denken Sie dabei an den Placeboeffekt, bei dem Sie eine Zuckertablette nehmen und annehmen, es sei Medizin, und schwuppdiwupp sind Sie in 5 Minuten geheilt…). Alles in allem haben Assoziationen wie rote Bänder, heiliges Wasser, Zauberei und Glück nichts mit Kabbala zu tun. Wie oben gesagt, ist die Kabbala nur für die Entwicklung des Gespürs für den Schöpfer gedacht und hat somit nicht den Zweck, den Menschen psychologisch zu stärken oder mehr Selbstvertrauen zu geben.
Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen der „Kabbala für Konsumenten” und der authentischen Kabbala. Erstere dient der Geschäftemacherei durch den Verkauf von roten Bändern, Amuletten und anderer Arten psychologischer Stützen. Letztere ist für diejenigen, die aufrichtig danach streben, den Schöpfer und die spirituelle Welt zu enthüllen. Alles hängt davon ab, was ein Mensch von dieser Weisheit erwartet.
Wenn jemand „den Punkt im Herzen”, das Streben nach dem Schöpfer besitzt, dann hat er bereits erfasst, dass nichts von dieser Welt ihm wirklich wahre, andauernde Glückseligkeit geben kann - denn nur in der Verbindung mit dem Schöpfer, der Quelle des Lebens liegt das wahre Glück. Wenn ein Mensch erst einmal diese Erkenntnis in seinem Inneren erreicht hat, dann gelingt es auch dem Kabbalisten, ihm spirituelle Vorstellungen und Gefühle zu vermitteln und ihn in die spirituelle Welt der Unendlichkeit und Perfektion zu erheben.
