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07.02.2012

Liebe kennt keine Grenzen

03.05.2010

Eine Frage, die ich erhielt: Was soll man tun, damit das Bedürfnis zu geben nicht erlischt?

Meine Antwort: Das Bedürfnis zu geben, welches aus der Liebe hervorgeht, erlischt nie. Du wirst niemals sagen können: „Es reicht!”
Im Gegenteil, je mehr du gibst, desto mehr wirst du das Bedürfnis verspüren, zu geben.

Sonst ist das keine Liebe! In der Liebe ist es unmöglich, zu sagen: „Es reicht! Nur bis hierher, weiter liebe ich nicht”. Wenn du sagst, dass deine Liebe Grenzen hat, dann ist das keine Liebe.

Wenn du es nicht verstehst, frag deine Frau, sie wird es dir erklären. Eine Frau spürt es ihrer Natur nach.

Der Mann will seiner Liebe Grenzen setzen, denn das ist seine spirituelle Wurzel. Das ist die Kraft des egoistischen Schildes, die sagt: „Bis hierher und nicht weiter! Ich bin nicht bereit, weiter zu gehen”.

Die Frau aber, die seine Liebe spüren möchte, versteht nicht, wie sie irgendwelche Grenzen haben kann. So ist unsere Natur.

Doch der Genuss kann niemals das Verlangen zu lieben auslöschen, er erweckt nur ein noch größeres Verlangen. Wenn du deinen Kindern was gibst, kannst du ihnen etwa sagen: „Es reicht! Ihr kriegt nichts mehr!”

Es kann vielleicht sein, dass du einfach nicht imstande bist, mehr zu geben, und durch äußere Umstände gehindert bist, aber du kannst nicht selbst entscheiden, dass es im Geben an die Kinder eine Grenze gibt.

Liebe schafft alle Grenzen ab. Wir begreifen nicht, was echte Liebe ist. Wir denken, dass es bedeutet, den eigenen Magen voll zu kriegen.

Doch Liebe bedeutet, das fremde Verlangen zu erfüllen, danach zu streben, den anderen zu füllen.

Und ich fühle, dass das der andere ist und dass zwischen uns eine Distanz besteht. Doch andererseits habe ich das Bedürfnis, ihn zu füllen.

Es geht hier um das spirituelle Kli und die Wissenschaft der Kabbala und nicht einfach um Küsse und Umarmungen. Die gesamte Natur handelt nach diesem Prinzip: der Mangel und die Füllung, und über alles regiert die Liebe.

Nach diesem Prinzip verbindet sich alles in der Natur und strebt einander entgegen oder entfernt sich voneinander. Das ist die einzige Kraft, die in der Natur wirkt, denn der Schöpfer ist die Kraft der Liebe. Deshalb gibt es nichts, außer Liebe und Hass (d.h. Liebe mit einem Minuszeichen davor).

Nächstenliebe ist kein schöner Spruch, sondern ein Naturgesetz. Das Verlangen, einen anderen zu füllen, bedeutet, sich über Zeit, Bewegung und Raum, über alle Einschränkungen dieser Welt hinwegzusetzen, d.h. in die spirituelle Welt zu gelangen.

Dadurch erlange ich das ewige Leben. Und ohne das lebe ich wie ein Tier und bin auf das Leben meines materiellen Körpers in dieser Welt beschränkt.

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