…wenn das Herz versteht, dann sieht man wirklich, und wenn die Augen sehen, versteht auch die Seele….
Rav Moshe Chaim Luzzato (RAmChAL),
“Adir BaMarom” (”Der Mächtige auf der Höhe”)
Wir schwimmen in einem Meer von Information
Im Zeitalter des Internets und der Kommunikation wissen wir, wie wir Informationen bekommen und verwenden können. Doch weiß irgendjemand, woher all diese Information kommt?
Wir leben im Informationszeitalter und unsere Lebensentscheidungen hängen oft von dieser gestaltlosen Sache ab, die wir weder sehen, berühren, hören oder riechen können. Die Informationen gehen ständig um die Welt, doch wie die neueste finanzielle Krise deutlich gemacht hat, können Informationsanlagen - wie Aktienfonds, die nur als Bits auf unserem Rechner existieren, spurlos übernacht verschwinden.
Information - eine kurze Darstellung
Der Wert der Information begann seinen Höhenflug mit der Erfindung und dem zunehmenden Einsatz des Internets. Menschen aus aller Welt hatten mit einem Mal Zugang zu Informationen wie Weltgeschehnissen, nationalen Nachrichten, ausländische Lebensarten, Geschichte, Gesundheit oder neuen gesellschaftlichen Netzwerken. Sehr schnell wurde das Internet zu einem Umschlagplatz für Informationen und Treffpunkt für User. Zum Beispiel wurde im Jahre 2006 auf YouTube ein Video über die Campagne „Gratis Umarmungen” in Sydney gezeigt. Dort wurde jeder umarmt, der es wollte. Mithilfe des Internets nahmen Menschen aus Russland, China, USA, Südamerika, Israel und Portugal an dieser neugeschaffenen Bewegung teil und boten „freie Umarmungen” an.
So eine Übertragung von Informationen, die um die ganze Welt geht, mag vor hundert Jahren vielleicht umwerfend erschienen sein - heute nehmen wir es bereits als selbstverständlich hin. Wir wuchsen in einer Welt von Telefon, Radio, Fernsehen, Computern und Internet auf. Doch trotz all diesen Fortschritts der Informationen und Errungenschaften wissen wir immer noch sehr wenig über die wirkliche Natur der Information.
Die Wissenschaft der Information
Unter den vielen Wissenschaftern, die sich in den Kern der Information und die Funktion des Verstandes vertiefen, hat der New Yorker Zeitungsreporter James Surowiecki den Ausdruck geprägt „die Weisheit der Massen”. Seine Forschung enthüllte folgendes: wenn viele Menschen zusammen an etwas arbeiten, wird das Resultat besser, als wenn einer allein sich damit beschäftigt hätte. Ein Kollektiv ist besser in der Lage, Rätsel zu lösen, als ein Individuum.
Eines der berühmtesten Beispiele ist das von einer Viehauktion im frühen 19. Jahrhundert. Über 800 Besucher rieten das Gewicht eines Ochsen. Niemand kam auf das richtige Gewicht, doch das Durchschnittsergebnis wich nur um ein Pfund vom richtigen ab.
Was hat es damit auf sich, dass Gruppen von Menschen Wissen erlangen können, das dem einzelnen verwehrt bleibt? Und noch interessanterer ist, wie wir überhaupt die Information produzieren, die wir von Anfang an „wissen”? (Aus unserer Erinnerung, ja?) Beim Versuch, dieser Frage auf den Grund zu gehen, näherte man sich einem anderen Bereich - der Erforschung unseres Gedächtnisses. Je mehr dies jedoch erforscht wird, desto schwerer fassbar wird es. Manche Forscher meinen nun, dass die Erinnerung überhaupt nicht in unserem Verstand sitzt!
Der Biologe Rupert Sheldrake hat die Theorie, dass die Erinnerungen nicht in unserem Körper aufbewahrt sind, sondern in einem Feld, welches er morphogenetische Resonanz nennt, ein Feld voller Informationen, welches uns umgibt. Der Verstand ist nur ein Empfänger, der dieses Feld anzapft und die unserem Bewusstsein die gewünschte Information gibt. Er sagt: „Jeder von uns stützt sich auf das kollektive Gedächtnis aller Lebewesen und steuert diesem auch bei.”
Ein Meer an Wissen
Durch die Erforschung der Information entdeckt die Wissenschaft nun, was die Weisheit der Kabbala seit tausenden von Jahren gewusst hat: dass wir alle Teil einer einzigen, miteinander verbundenen Entität oder „Informationsbank” sind, wenn Sie so wollen. Jeder von uns „schwimmt in diesem Meer von Information, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht. Es liegt jenseits von Zeit und Raum und hat alles, was jemals bekannt war oder gewusst werden wird.
Haben Sie z. B. jemals einen in der Luft fliegenden Vogelschwarm beobachtet, der plötzlich vollkommen synchron eine Kehrtwendung macht? Woher wissen die Vögel das? Weil der Schwarm seine Information von einem bestimmten Ort bekommt. Das gilt für alles in der Natur. Die Physik entdeckt, dass Elementarteilchen alle andere Teilchen sofort über Veränderungen „informieren”. So ähnlich sind wir in einem gemeinsamen Informationsfeld verbunden, wenngleich auch unbewusst. Alles „Neue”, was wir lernen, existiert bereits um uns herum - wir brauchen es nur abzurufen und unsere Existenz in diesem Meer an Information zu spüren, welches jenseits von Zeit, Raum und Bewegung existiert. Dann werden wir ein Leben von Ewigkeit, Perfektion und endloser Weisheit erlangen.
Dieses Meer an Wissen erklärt all die Phänomene in unserer Welt: die rapide Verbreitung der „gratis Umarmungen” Kampagne, „die Weisheit der Massen” und das Phänomen der morphischen Resonanz.
Ein gemeinsames Informationsfeld
Dieses gemeinsame Informationsfeld hat jedoch einen viel höheren Zweck, als nur die Wissenschafter neugierig zu machen. Es enthält den Schlüssel zu unserer Zukunft: die Möglichkeit für uns bewusstbewusst zu spüren, dass wir als gemeinsame Entität existieren und daher die Perfektion der Einheit spüren. Das Informationsmeer bietet eine neue Alternative zur gegenwärtigen Krise an.
Nach vielen Jahren, in welchen wir mit Trennungen und Unabhängigkeiten experimentierten, verleiht die derzeitige Krise den Schlagwörtern „Globalisation” und „Weltgemeinschaft” mehr Bedeutung.
Unsere Probleme können nur gelöst werden, wenn die Welt zusammen eine gemeinsame Antwort findet.
Wenn wir die Weisheit der Kabbala nutzen, können wir das kollektive Informationsfeld anzapfen, um eine klare Wahrnehmung unserer gemeinsamen Seele zu bekommen - unsere Verbindung auf dem spirituellen Niveau. Wenn wir diese Wahrnehmung erst einmal besitzen, werden wir auch die richtigen Lösungen auf der weltlichen Ebene finden, damit wir sowohl spirituell als auch physisch vorankommen können. Wenn auch nur ein kleiner Teil der Weltbevölkerung sich darum bemühen würde, könnte das „Sheldrakephänomen”, das wir oben besprochen haben, den Rest erledigen: das neue Muster der Abhängigkeit und des Gebens würde sich in der ganzen Welt mit Hilfe des gemeinsamen Informationsfeldes verbreiten.

