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08.02.2012

Meine größte positive Eigenschaft ist mein Mangel

03.05.2010

Alle stellen eine und dieselbe Frage: wenn der Schöpfer alles kann, warum führt Er uns dann durch die Leiden dieses Lebens, welche manchmal schlimmer als der Tod sein können?

Wenn Er uns mit Liebe behandelt, warum wird man dann in solche schrecklichen Zustände versetzt?

Wenn es nichts außer Ihm gibt – wie ist es möglich, dass Er so etwas Unvollkommenes tut? Wozu hat Er uns mit einer bösen Natur erschaffen, und fordert uns auf, zum Guten auf dem langen Weg der Leiden zu kommen?

Es geht aber hier darum, dass es im Schöpfer keinen Mangel gibt; wir dagegen sollen uns selbständig zur Empfindung des Mangels bringen. Dies ist aber ohne schwere Arbeit unmöglich.

Und du arbeitest nicht schwer um der Erfüllung willen, sondern um den Mangel zu empfinden! Darin besteht eben der Prozess, den wir durchleben.

Wir bemühen uns ununterbrochen, uns zu erfüllen - aber es scheint uns nur so! Wir arbeiten nur daran, im gebenden “Kli” den Wunsch zum Geben aufzubauen.

Je höher ich hinaufsteige, desto mehr wächst in mir der Mangel am Geben bzw. das zunehmende Bedürfnis zurückzugeben.

Dabei ist unwichtig, ob ich mich persönlich erfülle oder nicht – der Sinn der Handlung besteht darin, die ganze Zeit in sich den Mangel am Geben  zu vergrößern.

In dem Moment, wo die Unendlichkeit erreicht wird, werde ich über das leere, unendliche Gefäß (Kli) verfügen, das eine unendliche Empfindung des Mangels am Geben verspürt. Dieser Zustand ist das größte Ziel der Schöpfung.

In diesem Zusammenhang wird klar, dass es unmöglich wäre, diesen Weg anders zu gehen. Denn es gibt ursprünglich keinen Mangel im Schöpfer, und überhaupt, Ihm fehlt an nichts.

Und wir sollen zur Empfindung des Mangels in der Eigenschaft des Gebens kommen.

Ist aber Sein Wunsch „der Schöpfung Genuss zu bereiten“ kein Mangel? Nein! Denn Sein Wunsch stammt aus der Vollkommenheit.

Wir können Seine Absicht nicht verstehen, weil unser Wunsch eine Folgerung des Mangels darstellt.

Deshalb steht Er uns gegenüber, mit dem konstanten Wunsch des gegenseitigen Gebens, dennoch sind unsere Wünsche in der Wurzel verschieden.

Sein Wunsch stammt aus der Vollkommenheit, Er ist doch ursprünglich vollkommen, und mein Wunsch – kommt aus dem Mangel, den ich in mir entwickelt habe!

Deshalb fügt dieser Mangel bei mir keinen Schaden ein – vielmehr ist er meine Würde, die ich selbst erreichte. Ich habe in mir die Liebe zu Ihm entwickelt, den Mangel am Geben selbständig aufgebaut. Genau dieses Verlangen zu Geben bezeichnet man als Liebe.


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