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08.02.2012

Nachdenkliche Überlegungen über die finanzielle Krise

Es ist leicht, ärgerlich über die Wall Street Geldsäcke zu sein, die uns in dieses Schlamassel brachten. Aber wenn sich alles beruhigt und unsere Sicht klarer wird, wird es Zeit, darüber nachzudenken, was nun zu tun ist.

Ich muss zugeben, dass ich bis jetzt viel zu viele neue Shows über die finanzielle Krise angeschaut habe. Es ist langsam irritierend und frustrierend, und sowie ich langsam jedes Mitgefühl verliere, schlägt sie zuhause bei Freunden und Familie zu, und oh Schreck, bei mir! Das Frustrierendste jedoch ist, dass die meisten von uns brave, gesetzestreue Bürger sind. Warum sollen wir nun für die Fehler gieriger Schwindler aufkommen, die dafür verantwortlich sind? Wir sollten die Verantwortlichen finden, ihnen alles abnehmen, was sie besitzen, an ihre Opfer verteilen und als Zugabe sie mit faulen Eiern bewerfen.

Wenn aber das süße Gefühl der Rache vorbei ist, dann wird es von einem anderen ersetzt - Sorge! Wer kann denn behaupten, dass, bloss weil die Wirtschaft wieder auf die Füße gekommen ist, dass sie es auch dieses Mal tun kann? Es sieht so aus, als ob alle Karten wieder auf diese „unvermeidbare” Lösung gesetzt sind. Aber was, wenn sich die Leute irren? Was ist, wenn dies nicht eine normale Ebbe und Flut ökonmischer Kreisläufe ist? Was, wenn dies eine ganz andere Art von Lösung erfordern sollte?

Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen (aber nicht den Rest der Nägel gesehen)

In Wirklichkeit sind sich viele Experten bewußt, dass dieses Mal diese Finanzkrise anders ist: dieses Mal ist sie wirklich global. Sowie sie dies jedoch aussprechen, gehen sie lokalen Lösungen nach!
Die großen ökonomischen Denker von heute geben zu, dass sie das Verbundensein der globalen Ökonomie völlig unterbewertet haben: sie konnten es nicht voraussehen, dass, wenn die Leber stirbt, der Körper stirbt; dass ein Teil alle anderen zur Vernichtung bringen kann. Darum kam dies alles zu ihrer großen Überraschung. Aber nun wissen sie es.
Warum versuchen nun die Länder, es aus eigenen Initiativen ihre Wirtschaft zu retten? Warum sagt ihnen nicht jemand die Wahrheit ins Geischt - wenn wir so voneinander abhängen, dann haben wir keine andere Wahl, als uns um das Wohlergehen eines jeden auf der Welt zu kümmern.

Laut der Kabbala liegt der Grund, dass wir diesen Ansatz umgehen, darin, dass wir egoistischer Natur sind. Als egozentrische Wesen, die von sich aus dazu getrieben sind, maximal alles mit minimalster Anstrengung zu erhalten, können wir solch eine Lösung einfach nichgt akzeptieren.

Aus diesem Grund können wir auch nicht die Tatsache akzeptieren, dass diese Krise „nicht nur wieder eine Krise” ist - noch nicht einmal so wie die Große Depression. Tatsache ist, dass diese Krise anders ist, und sie uns in eine neue globale Ära stößt, wo alle Mitglieder der menschlichen Gesellschaft ihrer Existenz willen sich um den Vorteil des gesamten Systems kümmern müssen, so wie die Zellen in einem Körper. Jeder, der das nicht berücksichtigt und sich nur um sich kümmert, wird dem System schaden, wie eine Krebszelle im Körper. Dieser Mensch, oder Zelle, wird uns alle zum Leiden bringen. Der globale Markt ist nur ein Beispiel davon - und ein sehr überzeugendes.

So, wie könnne wir nun unser egoistisches Verhalten ändern? Und hier kommt die Kabbala uns zur Hilfe.

Das nicht so offensichtliche lernen: wie man geben kann

Kabbalisten erklären, dass es ein fundamentales Gesetz in der Natur gibt, welches das Überleben eines jeden integralen Systems garantiert. Nach diesem Gesetz nimmt jedes Teil nur soviel es zum Überleben braucht, damit es für das Wohlergehen des gesamten Systems arbeiten kann. Da die Welt nun ein integrales System ist, müssen wir lernen, wie wir dieses Gesetz einhalten können, welches unsere Stabilität und Wohlergehen sichert so wie es dies für jedes System in unserer Natur tut.

Daher ist das Erste, was wir zum Herauskommen aus dieser Krise brauchen, eine Verbesserung unserer Weltanschauung. Wir müssen lernen, wie wir sehr wir miteinander verbunden und für einander verantwortlich sind - und nicht nur auf dem gesellschaftlichen und ökonomischen Level, sondern auch auf dem Grad unserer Gedanken, Wünsche und Absichten.
Wir sehen dann, dass die gesamte Welt eine Familie ist, wo sich jedes Mitglied um das andere kümmert, und nicht nur um sich selbst. Wenn wir erst einmal anfangen, anders zu denken, werden wir in Eintracht mit den Naturgesetzen sein, und dann werden Krisen wie die finanzielle - und alle anderen - sofort nachlassen.

Quelle: Kabbalah Today # 19

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