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05.02.2012

Ökologie und Wir

Ökologie und Wir

Artikel in Kabbala Today Ausgabe #2

“Wir stehen einem wirklichen, planetarischen Notfall gegenüber. Es handelt sich um eine moralische und spirituelle Herausforderung für die gesamte Menschheit,“ erklärt der frühere Vizepräsident Al Gore in dramatischer Weise, als er seinen Nobelpreis entgegennahm.
Aber nachdem der Vorhang dieser schimmernden Preisverleihungszeremonie fiel, erhob sich eine Frage: Wird uns unser wachsendes, umweltorientiertes Bewusstsein vor der ökologischen Krise retten?
Um die ökologische Krise unter Kontrolle zu bekommen, müssen wir zunächst die ihr zu Grunde liegenden Ursachen verstehen, indem wir die Natur und ihre Systeme untersuchen.


Forscher auf den naturwissenschaftlichen Gebieten der Physik, der Biologie, Chemie und anderer Wissenschaften haben erkannt, dass alle Komponenten der Natur in einem ständigen Ausgleich existieren. Die Elemente sind so miteinander verbunden und von einander abhängig, dass selbst die Schädigung des kleinsten Bestandteils das gesamte System aus dem Gleichgewicht werfen kann.
Die Affen wissen es am Besten
Das Geheimnis des Gleichgewichts in der Natur beruht auf der wechselseitigen Rücksichtnahme all ihrer Teile. Diese wechselseitige Fürsorge wird am deutlichsten im Tierreich: angefangen bei Insekten und Säugetieren, die klar füreinander Sorge tragen, wie Ameisen, Bienen, Affen und Elefanten, bis hin zu den einfachsten Mikroben in unsrem Körper, die sich beim Aufspüren von Eisenverbindungen gegenseitig unterstützen. Forscher haben entdeckt, dass das Teilen unter vegetativen Spezies existiert und selbst unbelebte Partikel üben wechselseitige Aktionen aus, um das Objekt, das sie bilden, aufrecht zu erhalten.
Dr. Jane Goodall, die ihr ganzes Leben dem Studium der natürlichen Verhaltensweisen von Schimpansen gewidmet hatte, fasst ihre ausführlichen Erfahrungen über die lebendige Natur zusammen: „Ich fand das, was als Frieden jenseits allen Verstehens bezeichnet wurde, und wenn wir heute angehalten sind, Frieden in der Welt zu spüren, dann ist es dieser Frieden, den wir in uns zu tragen anstreben müssen.
Mensch vs. Natur
Im Gegensatz zu allen anderen Geschöpfen stören Menschen ständig das vollkommene Gleichgewicht der natürlichen Systeme. Sie beuten die Umwelt aus, erfreuen sich am Leid anderer und tanzen auf den Ruinen anderer. Gewiss sind wir uns nicht immer unserer Handlungen bewusst. Aber in der Natur befreit einen die Ignoranz des Gesetzes nicht von der Strafe.
Ob wir es nun wahrnehmen oder nicht, wir sind ein integraler Teil der Natur. Wenn wir daher unseren Lebensbedingungen egoistisch entgegentreten und versuchen sie auszubeuten, versetzen wir das gesamte System in Instabilität.
Als Reaktion hierauf unternimmt die Natur alles erforderliche, um ihre Systeme wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Ihre Reaktion ist automatisch, vergleichbar der Zunahme des Druckes im Erdkern bis zu dem Grade, bis die äußeren Schichten der Erde ihm nicht länger Stand halten können und ein Vulkan ausbricht.
Während Mineralien, Pflanzen und Tiere instinktiv das natürliche Gleichgewicht aufrechterhalten, verfügt der Mensch über die einzigartige Möglichkeit, sich mit der Natur auf freiwilliger Basis ins Gleichgewicht zu bringen. Das ist die spezielle Aufgabe des Menschen in der Natur. Sollten wir freiwillig wählen, den Ausgleich mit der Natur herzustellen, werden wir eine höhere Stufe der Existenz erreichen und die Perfektion, vor der die Natur strotzt, erfahren.
Die Ökologische Krise ist lediglich ein Symptom
Die ökologischen Probleme, die wir sehen, sind nur Symptome, die aufzeigen, dass wir uns mit der Natur nicht im Gleichgewicht befinden. Um die ökologische Krise zu bewältigen müssen wir die Gesetze lernen, die in der Natur herrschen und dieselben Prinzipien in unsere Gesellschaft einbringen.
Mit anderen Worten müssen wir auf der menschlichen Ebene das allgemeine Gesetz der Natur ausführen. Das bedeutet, wir müssen das natürliche Prinzip der wechselseitigen Verantwortung übernehmen.
Soll das bedeuten, dass von alle Menschen erwartet wird, sich um die Erfordernisse des anderen zu kümmern? Ja, das hört sich utopisch an. Tatsächlich scheint alles andere außer der Liebe unter Menschen in der heutigen Welt Sinn zu machen: Gewalt, Kriminalität, Drogenmissbrauch, Depression, Selbstmord, Armut und Vereinzelung werden als normal betrachtet. Gleichwohl rufen wir keine dieser Krankheiten absichtlich hervor, wir betrachten sie als unabwendbare „Nebenwirkungen“ in unserem Leben, richtig?
Falsch. Tatsächlich ist alles oben gesagte unnatürlich.
Die Natur ist fehlerfrei und funktioniert in vollkommener Harmonie. Alle Probleme in dieser Welt entspringen unserer Abweichung von den Gesetzen der Natur. Da wir nicht erkennen, dass wir ein integraler Bestandteil der Natur sind, denken wir, dass unsere egoistische Haltung untereinander keinen Bezug zur ökologischen Krise hat. Praktisch jedoch beeinflusst alles, was wir tun, jede Stufe der Natur, einschließlich der Ökologie.
Unsere Missachtung für unsere Lebensbedingungen geht Hand in Hand mit unserer Missachtung untereinander. Daher können wir nicht wirklich versuchen, unsere Umwelt zu korrigieren, ohne dass wir unsere Handlungsweisen untereinander ignorieren.
Al Gores ernster Aufruf an die Welt, aufzuwachen und uns der umweltbezogenen Herausforderung zu stellen, ist definitiv wichtig. Aber um das zu realisieren benötigen wir eine Methode, die es uns ermöglicht, das vollständige Bild der Natur zu enthüllen, und mit all ihren Elementen in einen Ausgleich zu treten, auch untereinander.
In ihren Büchern stellen Kabbalisten exakt solch eine Methode dar. Sie beschreiben einen Schritt-für-Schritt Weg, der zu einer wirklichen, positiven Veränderung führt. Diese Veränderung beginnt damit, die Beziehungen unter uns zu korrigieren und führt uns zur Perfektion auf allen Gebieten unseres Lebens.

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1 Kommentar »

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