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07.02.2012

Schlagt nicht den Computer – er ist leblos!

27.04.2010

Eine Frage, die ich erhielt: Wie ist es zu erklären, dass der Schöpfer zornig sein kann?

Wenn es sich um unabänderliche spirituelle Gesetze handelt, warum wird der Schöpfer dann im Buche Sohar als Besitzer von menschlichen Eigenschaften wie Zorn, Neid usw. beschrieben?

Meine Antwort: Die Tora spricht die Sprache des Menschen, indem sie erzählt, was wir fühlen und mit dem Schöpfer verbinden.

Ich benutze immer gerne den Computer als Beispiel. Wie sehr ärgern wir uns über ihn, obwohl er nur ein Stück Metall ist! Was kann er schon verstehen? Er  führt genau das aus, was in seinem Programm steht. Alle seine Funktionen sind richtig.

Und wenn du einen falschen Knopf drückst, oder nicht weißt, wie das Programm funktioniert, dann kannst du tausendmal gereizt auf die gleichen Tasten schlagen, und er wird dir tausendmal ein und dieselbe Fehlermeldung anzeigen.

Denn er ist kein Mensch, der sein Verhalten ändern kann. Ein Computer verändert sich nicht, er ist leblos.

Du verhältst dich aber ihm gegenüber wie zu einem Menschen. „Warum hörst du nicht?!“ – ärgere ich mich, wenn ich immer wieder die gleiche Reaktion von ihm bekomme.

Wir verbinden mit dem Computer unsere Eigenschaften, unseren Charakter und wünschen, dass er sich wie wir verändert. In Wirklichkeit haben wir eine Fehlfunktion und verändern uns, der Computer funktioniert richtig und verhält sich deshalb immer gleich, hat immer recht.

Das gleiche gilt für den Schöpfer. Wir sprechen nicht von Ihm selbst, sondern von BO-RE (komm und sieh), von der Wahrnehmung des Schöpfers durch den Menschen.

Der Mensch erkennt den Schöpfer, stellt Ihn in seinenVerlangen (Gefäßen der Wahrnehmung, Kelim) vor. Deshalb schreiben wir dem Schöpfer die gleichen Reaktionen und Eigenschaften zu, die für uns selbst typisch sind.

Darum steht geschrieben, dass die Tora die Sprache des Menschen spricht. Um uns zu erklären, wie wir uns richtig verhalten sollen, uns zu Veränderungen zu verhelfen, müssen wir uns den Schöpfer ebenso als veränderlich vorstellen können, obwohl Er sich nicht verändert.

Etwas Vollkommenes kann sich nicht verändern, sonst wäre es nicht vollkommen.

Indem wir dem Schöpfer unsere Eigenschaften zuschreiben, und sein scheinbar wechselndes Verhalten uns gegenüber auswerten, können wir uns selbst in zwei Erscheinungsformen sehen: wie ich selbst bin, wie ich von außen gesehen werde und wie ich mich verändere – in einer wandelbaren oder einer beständigen Welt.

Diese Dualität der Wahrnehmung, die uns erlaubt, uns vorzustellen, dass etwas außerhalb von uns sich verändert, ist ein großes Geschenk des Schöpfers an uns!

Dadurch kommen wir zur Wahrnehmung einer anderen Dimension, zur Erfassung der spirituellen Welt und können frei und unabhängig in ihre Wahrnehmung eintreten.

Deshalb ist die Wahrnehmung der Realität in uns, als ob sie sich außerhalb von uns befindet und sich außerhalb von uns verändert, die Rettung aus dem Käfig unserer Welt (infolge der spirituellen Klaustrophobie).

Dies ist der grundlegende Punkt, der es der Schöpfung ermöglicht, über die Erschaffung hinauszuwachsen und zu einem Menschen (Adam, dem Schöpfer gleich) zu werden.

Aus einem Unterricht nach dem Buch Sohar, Kap. Korach, 27.4.2010


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