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05.02.2012

Stadt der Roboter

Diese wunderschöne lehrreiche Geschichte geschah in einem weit entfernten Land. In einer kleinen Stadt lebten die Menschen und sie brauchten dringend Freunden, die hilfreich und treu sein konnten. „ Wäre es vielleicht schön Roboter zu konstruieren?”,- dachten sie. Und schon bald hatten sie zu Hause bescheidene, wunderbare Hilfe.
Am liebsten mochten die Roboter Batterien. Sie gaben ihnen die Kraft, zu gehen, sprechen, denken und zu leben. Besonders mochten die Roboter die neuen, frischen Batterien. Je neuer sie waren, desto mehr Kräfte bekamen sie dadurch verliehen. Die Menschen mochten ihre Zöglinge sehr, deshalb bemühten sie sich, den Robotern die besten und frischesten Batterien zu geben. Sie hofften, dass die Roboter solche Fürsorge schätzen und diese Gefühle erwidern würden. Aber es geschah nichts davon, die Roboter mochten nur die elektrischen Quellen ihres Lebens.
Die Vorräte an Batterien wurden im Lagerhaus aufbewahrt. Die Roboter kamen dorthin und nahmen sie. Für das Leben brauchten die Roboter nur eine Batterie. Von zwei - verdarben die Roboter. Deshalb hing an der Wand des Lagerhauses das große Plakat mit der Warnung: «Nicht mehr, als eine nehmen! Du kannst dir damit sonst schaden!»
Eines Tages ist ein unersättlicher Roboter ins Lagerhaus gekommen. Und man muss sagen, dass die Roboter von Charakter her unterschiedlich waren. Sie waren: gut, schlau, aber auch böse und hinterlistig. Dieser Roboter wusste von der strengen Warnung. Aber da er sehr geizig war und dachte, dass die Menschen genau so geizig sind wie er, und deshalb nicht erlaubten, mehr als eine Batterie zu nehmen, schaute er sich um, nahm schnell zwei Batterien und riss sie an sich. Und hier ist etwas Unerwartetes geschehen - er ist durchgebrannt. Er hatte einen Kurzschluss.
Alls andere Roboter den Genossen in solch kläglichen Zustand gefunden hatten, haben sie sich empört:

-Die Menschen haben unseren Genossen absichtlich beschädigt! Wir werden ihnen nicht mehr helfen! Sie sollen aus unserer Stadt verschwinden!

Nur ein guter Roboter hat die Menschen verteidigt:
-Sie sind unschuldig. Der Roboter ist selber schuld. Ihn hat seine Gier verdorben!

Aber die einsame Stimme ist im allgemeinen Lärm der Unzufriedenheit versunken.

Nach diesem Ereignis, hat sich das Leben aller Stadtbewohner schlagartig geändert. Die Roboter hatten aufgehört, den Menschen zu helfen, begannen zu Fluchen und zu Schimpfen und jene litten an solcher ungerechter Behandlung. Die Roboter riefen nur:

- Geht aus unserer Stadt! Wir brauchen euch nicht!
Sie verstanden nicht, dass es ohne Menschen - ihre Schöpfer -kein Leben gibt. Sie begriffen es nicht, dass ihre heiß begehrten Batterien auch von Menschen gemacht wurden.
Es blieb den Menschen nichts anderes übrig als die Stadt zu verlassen. Jedoch wussten sie, dass es den Robotern schwer fallen wird und haben einen hohen Turm mit einem großen Scheinwerfer auf dem Dach gebaut. Für den Scheinwerfer waren gleich mehrere Batterien notwendig. Die Menschen haben den Robotern erklärt wozu dieser Scheinwerfer dient. Sollten die Roboter den Scheinwerfer einschalten, so würden die Menschen zurück kommen. Aber die Roboter wollten nichts davon wissen und brummten nur:
-Geht weg, geht weg, geht weg!
Und so verschwanden die Menschen aus den Städten.
Die Roboter blieben als neue Herrscher in der Stadt. Von Morgen bis Abend schlenderten sie durch die leeren Straßen, immer auf der Suche nach neuen Batterien. Jeder bemühte sich möglichst viele zu bekommen. Die Häuser, in denen früher die Menschen und die Roboter einträchtig lebten, waren jetzt in Lagerhäuser für Batterien verwandelt worden. Jedoch allmählich haben die Vorräte begonnen zur Neige zu gehen. Die Batterien halten ja nicht ewig. Mit der Zeit entladen sie sich und werden unbrauchbar. Die Roboter konnten sie nicht produzieren, deshalb hatten sie einfach begonnen, diese von anderen Robotern zu stehlen. Alls die Vorräte zu Ende gegangen waren, wurden die Roboter wie verrückt. Sie begannen einander anzugreifen und sich um jede einzelne lebensspendende Batterie das Leben zu nehmen. Bald waren die Straßen voll von bewegungsunfähigen Robotern.

Der gute Roboter versuchte die Verrückten zur Vernunft zu bringen. Er redete ihnen zu und flehte an zum Scheinwerfer zu gehen und das Signal als Hilferuf an die Menschen zu geben. Aber die Roboter glaubten ihm nicht und sagten:
-Welche Menschen den? Es gibt niemanden außer uns, und niemals war es anders!
- Aber warum? - empörte sich der gute Roboter, - sie haben uns doch gemacht!
-Scham und Schande über dich und deine dummen Märchen, - antworteten sie ihm vorwerfend.
-Die Roboter sind aus den Bolzen und den Muttern entstanden, darüber wissen sogar die veraltenden Modelle bescheid.
Die Zeit verging, die letzten Batterien wurden aufgebraucht und zusammen mit ihnen sind die Kräfte der Roboter versiegt. In der Stadt blieben nur zehn bösesten Roboter übrig, die von den gestohlenen Batterien der Anderen lebten. Sie hatten sich zum ersten Mal zusammen mit einem Ziel versammelt: auf den günstigsten Moment zu warten um die Batterien des schwachen Genossen an sich zu reißen. Plötzlich hatten sie eine schwache Stimme gehört. Irgendwo flehte in der Nähe jemand um Hilfe. Zum ersten Mal angesichts des unvermeidlichen Niederganges ist in den Robotern der seltsame Wunsch erschienen zu helfen. Sie folgten den Ruf und fanden bald den guten Roboter, der kraftlos am Rande einer staubigen Straße lag. Er sprach nur ein kurzes Wort: „der Turm”. Danach verstummte er.
Und die Roboter erinnerten sich, wie einst der gute Roboter auf den Turm steigen und das Licht entzünden wollte. Aber wieso sollte man das machen? Niemand erinnerte sich. So zogen die Roboter zum Turm. Sie stiegen die Wendetreppe hinauf. Inmitten des kleinen Zimmers sahen sie die spezielle Box für das Anschließen der Batterien. Sie brauchten Batterien, sehr viele davon! Neben der Box hing ein Schild mit der Aufschrift: «Schließt alle eure Batterien an!» Warum sie es so machen sollten wussten sie nicht. Keine anderen Batterien waren übrig, außer ihre eigenen hatten sie nicht mehr. Sie standen vor der Wahl: sich für die Quellen des Lebens streiten oder glauben, was die Menschen auf die Tafel geschrieben hatten…
Die Roboter fingen an, einer nach dem anderen, ihre Batterien herauszunehmen. Der letzte am Leben bleibender Roboter, hat sie gesammelt und an die Box angeschlossen. Erstaunt sah er den hellen Lichtstrahl aus dem Scheinwerfer strahlen.

Seit dieser Zeit sind viele Jahre vergangen. An jene einstige Geschichte erinnert nur der einsame Turm, der am Rand der Stadt steht. Die Bewohner leben in Freundschaft und Einheit.
Niemand erinnert sich mehr, wer von ihnen der Mensch, und wer der Roboter ist. Die Hauptsache ist jedoch, dass sie wissen das es nichts auf der Welt gibt, was wichtiger als Liebe und Freundschaft wäre. Sogar wichtiger als Batterien!

Bilder: E. Rakova

Text: M. Brustejn

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1 Kommentar »

  Sarah wrote @ August 16th, 2009 at 20:21

Hallo. Das ist eine sehr schöne Geschichte. Daraus kann man eine guten Film machen. Sehr gut geschrieben.

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