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04.09.2010

Tom, Jerry und unsere Kinder

Tom, Jerry und unsere Kinder

Artikel in Kabbala Heute Ausgabe #5

Heutzutage kann uns nicht einmal mehr Tom helfen, unseren Kindern gute Wertvorstellungen zu geben. Geschweige denn Jerry …
Die moderne Forschung auf dem psychologischen Bereich zeigt, dass kognitives (erkennendes) Verhalten und die Entwicklung des Kindes von frühauf beginnen. Jean Piaget zeigte, dass das Baby bereits nach der Geburt mentale Begriffe durch Beobachtung aus seiner Umgebung aufnimmt.
Diese auf die Sinne einwirkenden Daten haben grossen Einfluss auf die Entwicklung des kleinen Kindes. Später entwickelt und vervollkommnet das Kind, was es in den ersten Kinderjahren von der Umgebung aufgenommen hat.
So gesehen, stellen Sie sich vor, wie hochentwickelt wir sein müssen, damit wir unseren Kindern buchstäblich von Anfang an das richtige Beispiel sein können. Wie können wir ihnen andererseits jedoch ein positives Beispiel sein, wenn wir ihnen zahllose, negative Werte und Bilder vorsetzen?
Als Beispiel können Sie hier die neueste Beschreibung von Tom & Jerry lesen, wie sie auf der Webseite Cartoon Network erscheint: „Der hartnäckige Kater Tom ist ewig hinter der schwer zu fassenden Nemesis, Jerry die Maus, her, und weder Tricks, Fallen oder gusseiserne Bratpfannen halten ihn von dieser andauernden Verfolgung ab.“ Und dieses, liebe Eltern, ist das, was unsere Kleinkinder lernen.
Anscheinend sind die Kinder nicht die einzigen Opfer ihrer Umgebung. Unsere Gesellschaft fragt uns auch nicht „wonach steht Dir der Sinn?“ – sie befiehlt uns eher, was wir wollen möchten, und das von morgens bis abends. Ob es nun Coca Cola, Nike, iPod, Benz ist – man muss es einfach haben! Wenn es sich jedoch um die Erziehung unserer Kinder handelt, dann kommt es auf uns Eltern an, die Werte und Verhaltensmuster auszuwählen, die unsere Kinder beeinflussen.
Die alten Klamotten und das Neue
Schauen wir einmal die Spiele an, mit denen sich die Kinder heutzutage beschäftigen oder die Filme, die sie sehen. Es ist gut möglich, dass man keinen einzigen Zeichentrickfilm findet, der nicht irgendwo Gewalttätigkeit, Hohn oder Herabsetzung zeigt. Es wird immer jemanden geben, der leidet – und jemand, dem das Freude macht. Bei den Hauptthemen der Zeichentrickfilme geht es systematisch darum, schadenfroh zu sein, wenn die einzelnen Charaktere belächelt oder misshandelt werden.
Gehen wir zu den guten, alten Filmen zurück – die besassen wenigstens noch einen Hauch an Tugend. Was ist seitdem geschehen? Nehmen wir Tom & Jerry. Anfänglich gab es das kleine, liebenswerte Mäuschen, das versuchte, dem grossen und bösen Kater zu entkommen, der am Ende dauernd eins auf den Deckel bekam, weil er ständig versuchte, diese harmlose, kleine Kreatur zu schikanieren. Doch über die Jahre hinweg, mit dem immer stärker anwachsenden Ego der Drehbuchautoren, wurde auch das Mäuschen mutiger. Heute ist es eine richtige „Schlange“, die dauernd am Komplott arbeitet, wie man dem schläfrigen Kater am besten eine Falle stellt und sich riesig freut, wenn der Kater Niederlagen erleidet. Es muss immer doller werden, sonst langweilt sich die Maus und wir uns ebenfalls.
Zeit, endlich erwachsen zu werden
So sind wir nun geschaffen – ichbezogene Kreaturen. Heutzutage verlangt die Natur von uns jedoch, dass wir erwachsen werden. Auch wenn wir unsere egoistischen Neigungen beibehalten, so zwingt uns die Wirklichkeit zur Erkenntnis, dass wir alle Teil eines grossen, verbundenen Ganzen sind und wir nun endlich dementsprechend handeln müssen. Sonst werden wir das 21. Jahrhundert nicht überleben.
Seit Jahrtausenden haben Kabbalisten uns erklärt, dass das Höhere Gesetz der Natur auf Liebe, Gegenseitigkeit und Verbundenheit beruht. Doch lebenswichtiger ist es für uns zu wissen, dass die Natur uns so behandelt, wie wir unsere Kinder. Wenn diese noch klein sind, dürfen sie Fehler machen, doch wenn sie erwachsen werden, dann müssen sie den Regeln folgen.
Also drum: Tun wir uns heute den Gefallen und ändern wir unsere Wertvorstellungen, und wenn auch nicht für uns, dann wenigstens unseren Kindern zuliebe.

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