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05.02.2012

Unsichtbare Verbindung

Es war einmal auf einem Planet ein böser König. Er quälte die Kinder und die Erwachsenen, hasste alle, da er ein böser Tyrann war.
Einmal an einem Sommertag blickte der König aus dem Fenster und sah an der Mauer seines Palastes einen Wanderer, um den sich die Menschen versammelt hatten. Der Wanderer erzählte etwas, und die Menschen lachten darüber. Dem bösen König gefielen das Gelächter und die Freude nicht. Er hat der Leibwache befohlen, diesen Menschen zu fassen und in den Kerker zu sperren. Und so geschah es auch.

So langsam ging der Tag zu Ende. Der König ging in sein Schlafgemach, legte sich in sein wunderschönes königliches Bett und schlief ein. Er fing an zu träumen und plötzlich sah er den Wanderer vor sich stehen!

-Was machst du in meinem Schlafzimmer! -schrie der König ganz laut, - du sollst doch im Kerker sitzen!
-Ich muss gar nichts, -antwortete lächelnd der Wanderer, - ich bin kein einfacher Mensch sondern ein Zauberer. Und deshalb werden wir uns jetzt auf eine Reise begeben.
-Wache! - schrie der König erschrocken, aber es war schon zu spät. Ihm würde plötzlich schwindlig, das ganze Zimmer drehte sich im Kreis und
verschwand.
Auf einmal tauchte der König in einer schönen Stadt voller Menschen auf.
Es war etwas Seltsames an diesem Bild. Aber als er genauer hinsah erkannte er, dass alle Menschen miteinander mit feinen leuchtenden Fäden verbunden waren. Außerdem wurden solche Fäden auch von Menschen zu den Tieren und den Pflanzen gezogen.

- Was ist das? - fragte der König erstaunt. Er konnte leicht durch die Fäden gehen, wie durch Lichtstrahlen ohne diese aber zu beschädigen.

-Diese Fäden verbinden alles Leben auf diesem Planeten. Alle ihre Bewohner hängen voneinander ab, und von ihnen hängen die Tiere und die Pflanzen ab. Sie sind wie Teile eines einzigen Organismus. Diese Fäden sind eine Energie des Guten und der Liebe, die allen ermöglicht froh und glücklich miteinander zu leben. Diese Verbindung zerstört sich durch Bosheit, Hass, Tücke und Habsucht der Menschen. Dadurch stürzt auf die Menschen Not, Kummer und Leid. Sogar wenn man einen Menschen schlecht behandelt, kann man den Niedergang und die Krisen vieler Menschen herbeirufen! Die Tiere und Pflanzen können dadurch ebenso verderben. Das ganze Leben kann dadurch zerstört werden.

-Unsinn, -sagte der böse König, -was ist das für ein seltsamer Planet?!

- Das ist dein Planet, - antwortete der Zauberer. - ich habe dir einfach die Möglichkeit gegeben, das Ganze zu sehen, dass ansonsten unsichtbar ist, aber existiert. Wenn du etwas Böses machst, zerstörst du nicht nur die umgebende Welt und deren Frieden, du wirst schließlich auch dich selbst zerstören.

- Unsinn! So was kann doch nicht sein! -sagte der König aufbrausend.
In dem Moment gingen sie über eine Brücke und der böse König hatte einen Passanten, der sich beeilte und den König unabsichtlich berührte, in den Fluss hinunter gestoßen. Der Zauberer hat nur vorwurfsvoll mit dem Kopf geschüttet und war verschwunden.

Der König wurde wach, die seine Laune war abscheulich. Er schickte sofort die Wache um nachzuprüfen ob der Wanderer sich noch im Kerker befand. Aber der Kerker war leer. Der Zauberer war tatsächlich verschwunden. In seiner Wut hatte der böse König den Henker gerufen, um die Wache hinzurichten zu lassen, obwohl dieser am Verschwinden des Wanderers unschuldig war. Aber der Henker wurde plötzlich blind, so wie fast alle Einwohner des Planeten in diesem Moment blind geworden waren. Die Blindheit hatte ein vorbei fliegender feuriger Stern ausgelöst.-Wo waren die Sterndeuter? - brüllte der König. Nach einiger Zeit, wurde aufgeklärt, dass die Sterndeuter über den feurigen Stern schon längst Bescheid wussten und einen Botschafter gesandt hatten um alle zu benachrichtigen. Aber den Botschafter hatte jemand von der Brücke gestoßen und war jämmerlich ertrunken.
Die Mehrheit der Bewohner des Planeten verlor ihre Sehkraft. Die Wächter der Ordnung erblindeten, ebenso die Hausmeister und in den Straßen der Städte war das Chaos ausgebrochen. Die blinden Bauer konnten auf den Feldern nicht arbeiten und seine Tiere sorgen. Die häuslichen Tiere waren vor Hunger in den Wald geflüchtet. Alle Blumen verwelkten, weil keiner sie gießen konnte. Die Gärten verwilderten. Niemand konnte arbeiten und keiner konnte den König bedienen.
Der hungrige, erschrockene und unglückliche König hatte sich in seinem Gemach eingesperrt.
Und plötzlich sah er den Zauberer wieder. Der böse König wollte vor Wut auf den Zaubere losspringen, aber plötzlich sah er einen leuchtenden Faden der sie beide miteinander verband.
- Das ist doch die Wahrheit? - schrie der König und hielt sich den Kopf vor Schreck.

- Freilich, - hat der Zauberer geantwortet. - Jetzt siehst du selbst, wie alles miteinander verbunden ist, wie wir voneinander abhängig sind. Ich habe dir die Chance gegeben es zu sehen.
Und was hast du gemacht?

-Und was tun wir jetzt? -fragte der König verzweifelt, - wie können wir das alles rückgängig machen?!!

Aber der Zauberer lächelte nur und löste sich in Luft auf.

Der König erwachte plötzlich und schaute aus dem Fenster.
Draußen war ein schöner Sommertag, die Menschen gingen vorbei, alles war wie üblich. Um die Mauern seines Palastes sah er den Wanderer, um den sich Menschen versammelt hatten. Der Wanderer erzählte etwas und die Menschen lachten.

-Wache! -schrie der König, in diesen Moment wurde er nachdenklich, -geht zu dem Mann, bietet ihm Obdach und Essen an und fragt ihn, ob er noch etwas anderes benötigt.
Und als er das sagte, sah er dass alles mit leuchtenden Fädchen zusammen verbunden war.
Und das verhieß, dass alle gut, lange und glücklich leben würden. Im Glück und Freude, in Eintracht und Liebe.

Text: M. Fateeva
Bilder: M. Gonopolskij

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