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07.02.2012

Unter Zeichen von Babylon

 

Artikel in Kabbala Heute Ausgabe #6

 Unter Zeichen von Babylon

 

Das Wort „Philosophie“ aus dem griechischen übersetzt bedeutet: „Die Liebe zur Weisheit“.
Johannes Reuchlin, der bekannte deutsche Humanist(1455 – 1522), schreibt in seinem Werk „De arte cabalistica“ (1517) „Die Kunst der Kabbala“: „Mein Lehrer Pythagoras, der Vater der Philosophie, hat seine Lehre von Kabbalisten empfangen und das Wort Kabbala, dass für seine Zeitgenossen unbekannt war, als erster in die griechische Sprache als „Philosophie“ übersetzt. Die Kabbala ermöglicht uns, das Leben nicht nutzlos zu verbringen und hebt unseren Verstand zum Gipfel der Erkenntnis hervor“.
Die ganze Geschichte der Menschheit ist nach der Wissenschaft der Kabbala durch die Entwicklung des Egoismus bestimmt. Im Gegensatz zur unbelebten, pflanzlichen, und tierischen Natur unserer Welt, entwickelt sich die Menschheit fortlaufend, von Generation zu Generation.
Die erste Stufe des egoistischen Wachstums hat im Menschen den Wunsch hervorgerufen, die eigene Entwicklung nicht im Einklang mit der Natur zu gestalten die ihn umgibt, sondern die Natur für eigene Zwecke zu verändern. Allegorisch wird das als der Wunsch „einen Turm bis zum Himmel“ zu bauen beschrieben – die Natur zu bezwingen.
Dies ist im alten Babylonien geschehen, in einer kleinen Zivilisation, vor ca.5000 Jahren. Der Mensch hat damals die Fähigkeit verloren, seine Umwelt und seine Mitmenschen zu verstehen und hat damit das natürliche Gleichgewicht gestört. Die Natur war nicht mehr sein Zuhause und die Menschen um ihn herum nicht mehr seine Brüder. Statt der Liebe untereinander hat sich der Hass entwickelt. So haben die Menschen sich von einander getrennt und das Volk ist in Nationen zersplittert.
Genau in diesem Zeitpunkt ist die Kabbala entstanden – eine Wissenschaft, welche lehrt, wie man sich wieder vereinigt, die Kinder zu ihren Eltern, Familien, Völker, die gesamte Welt.
Aber die Menschen waren damals nicht im Stande, diese Methodik anzunehmen. Sie sind dem Weg gefolgt, auf den ihr Egoismus sie hingetrieben hat. Und die Weisheit der Kabbala ist damals in Vergessenheit geraten.
Aber seit der damaligen Zeit bis zum heutigen Tag hat den Menschen das unbewusste Verlangen, das wahre Bild der Weltschöpfung, den Grund und das Ziel der Existenz zu verstehen, keine Ruhe gegeben. Von Jahrhundert zur Jahrhundert haben die zivilisierten Gesellschaften ohne zu murren, scheinbar nutzlose Arbeiten der Philosophen finanziert, mit einem instinktiven Gefühl, dass genau sie (ohne Rücksicht auf die Ergebnisse) etwas Wichtiges tun. Im Laufe der Zeit haben die Generationen von Wissenschaftlern versucht, eine einheitliche Theorie über den Aufbau der Weltschöpfung, über die besondere Bestimmung des Menschen, seine Wirkung in der Gesellschaft und mit der Natur zu entwickeln. Aber selbst solch große Köpfe, wie Newton und Hegel, Kant und sogar Einstein haben es nicht geschafft, das allgemeine Gesetz der Weltschöpfung zu offenbaren.
Der Grund dafür ist eine Beschränkung des Menschen in seiner Wahrnehmung der Wirklichkeit, innerhalb einer einheitlichen Theorie über den Aufbau der Weltschöpfung, über die besondere Bestimmung des Menschen, seine Wirkung in der Gesellschaft und mit der Natur zu entwickeln. Aber selbst solch große Köpfe, wie Newton und Hegel, Kant und sogar Einstein haben es nicht geschafft, das allgemeine Gesetz der Weltschöpfung zu offenbaren.
Der Grund dafür ist eine Beschränkung des Menschen in seiner Wahrnehmung der Wirklichkeit, innerhalb seiner fünf Sinnesorgane. Die Wissenschaft der Kabbala, eine exakte Methodik, die über diesen Rahmen zu steigen ermöglicht, ist außerhalb der Beachtung von Forschern geblieben. Das, was sie nicht begreifen konnten, was für sie im Gebiet des Unfassbaren geblieben ist – sind die Grundlagen für die Religionen, ihre Rituale, Bräuche und Mysterien geworden. Was haben wir heute erreicht?
Die Erfolge in Naturwissenschaften haben uns zu der globalen, ökologischen Krise gebracht und zur Entwicklung der Massenvernichtungswaffen, die unsere Existenz bedrohen. Die Früchte dieses Fortschritts führen unsere Welt in das Chaos, fast schon an den Rand der Vernichtung und unser Leben in die Disharmonie. Auch die humanitären Wissenschaften haben uns nicht zu der Entstehung der Allgemeinen, von den ganzen Zivilisationen akzeptierten Umgangsformen gebracht, die uns ermöglichen konnten, die schwersten Konflikte, die uns heute auseinander reißen, zu lösen.
Nach der Schule besitzt ein moderner Mensch nicht einmal die minimalsten Vorstellungen davon, in welcher Welt er existiert, wofür er lebt, was ihn nachdem Ende seines Lebens erwartet, woher er kommt und wohin er nach ca. 70 Jahren seines Lebens gehen wird. Das ist ihm verborgen und diese Unwissenheit gibt er an seine Kinder weiter.
Doch es gibt eine Quelle, aus welcher wir das reine Wasser der unbegrenzten Weisheit für uns schöpfen können. Das ist die Lehre der Kabbalah, die durch die Jahrtausende erhalten geblieben ist. Übertragen von einer Kette von Kabbalisten, ist sie durch weise Gelehrte an unsere Generation angepasst worden. In einer verständlichen Form bietet sie jeden Menschen, unabhängig von seiner mentalen, religiösen und intellektuellen Zugehörigkeit eine Möglichkeit der Selbsterkenntnis, des inneren Friedens und der Vollkommenheit. In Händen eines Menschen wird die Wissenschaft der Kabbala zu einem mächtigen Instrument der eigenen Korrektur, sowie der Korrektur der gesamten Welt.
Die Kabbala vermittelt uns, dass sich die Natur in Harmonie und im Gleichgewicht befindet. Nur der Mensch mit seinem ständig wachsenden egoistischen Verlangen stört dieses Gleichgewicht. Der Egoismus ist die Eigenschaft, die nur dem Menschen anzuerkennen ist. Kein anderes Element auf unserem Planeten, ob unbelebte Materie, Pflanzen oder Tiere sind egoistisch oder weisen ähnliche Verhaltensmuster auf. Der menschliche Egoismus äußert sich in seiner Absicht, die Natur, den Nächsten, also alles was ihn umgibt ausschließlich für sich auszunutzen.
Jedoch ist der Mensch im Stande zu entscheiden! Er besitzt die Möglichkeit der freien Wahl: entweder egoistisch zu handeln (für sich selbst zu empfangen), oder altruistisch (den anderen zu geben). Wenn der Mensch nur empfängt, kommt er zu einer inneren Krise, die eine Krise der Natur auslösen wird, bis zu seiner Selbstvernichtung.
Die Gesellschaft ist verpflichtet, das Verständnis eines einzelnen Menschen zu einer kollektiven Verantwortung zu bringen, denn das natürliche System betrachtet uns alle als ein einziges Geschöpf.
Die Kabbalisten erklären uns, dass all unser Leiden nur dafür da sind, um uns nach vorne, zu der Korrektur zu bringen. Wir erkennen heute immer mehr, dass unsere Rettung in altruistischer Denk- und Handelsweisen liegt.
Die Weisheit der Kabbalah gewinnt zunehmend an Aufmerksamkeit, diese Methodik ermöglicht dem Menschen, seine negative Eigenschaften wahrzunehmen, diese in die altruistische umzuwandeln und ihn ins Gleichgewicht mit der Natur zurückzuführen. Das Resultat davon wird sein, das wir alle wieder ein gemeinsames Volk bilden werden, wie einst im alten Babylon.

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