
Viele von uns sehen angesichts der derzeitigen Finanzkrise ihre Ersparnisse und finanziellen Absicherungen dahin schwinden. Wie ist es dazu gekommen und worauf steuern wir zu?
Von Marlene Bricker
Viele von uns machen schwere Zeiten durch. Unser Finanzystem zerfällt buchstäblich und unsere persönlichen Anlagen verschwinden vor unseren Augen.
Die führenden Politiker haben keine Ahnung, was man dagegen tun könnte. Es sieht so aus, als wäre die gesamte Grundfeste, auf der unsere Welt steht, mit einem Mal weggeschwemmt worden. Menschen wie du und ich fragen uns: „Was ist bloß los?”
Wie sind wir in diese Situation geraten? Wie wurde Benzin so teuer, geschweige denn die Lebensmittel, das Gesundheitswesen und alles andere, von dem wir abhängig sind? Gibt es einen Politiker, dem wir wirklich vertrauen können? Sollten wir wirklich alle diese Kriege führen, die auf der ganzen Welt stattfinden, oder nicht? Ist unsere Regierung wirklich „vom Volk und fürs Volk”?
Der Wurm im Programm
Die Weisheit der Kabbala behauptet, dass alles, was in der Welt geschieht, aus einem Programm stammt, durch welches wir gelenkt werden, einem sehr einfachen Programm:
Wie können wir den größten Genuss mit der kleinsten Anstrengung erhalten?
Es ist die Formel: E=mc2. Sie bestimmt unsere Gedanken, Bestrebungen, Prioritäten und Ziele. Doch hier liegt der Wurm drin: es ist ein endloser Kreislauf. Wir suchen immer weiter nach größeren und besseren Genüssen, und die Unzufriedenheit zwingt uns dazu, ständig weiter zu suchen. Es sieht so aus, als ob wir uns unser ganzes Leben lang in einer endlosen Tretmühle befinden und hoffnungslos versuchen, uns mit mehr Essen, Geld, Macht, Respekt, Wissen und was auch immer mehr zu befriedigen.
Heutzutage bewegt sich die Welt so schnell vorwärts, dass wir fast nicht mitkommen. Unsere Häuser und Autos werden immer größer, unser Urlaub muss so exotisch wie möglich sein. Manchmal kann es aufgrund der Riesenauswahl endlos lange dauern, bis man sich zum Kauf von etwas Einfachen wie beispielsweise einer Flasche Ketchup entscheidet. Ironischerweise verbringen wir die meiste Zeit unseres Lebens damit, uns um unsere „Sachen” zu kümmern oder dem nächsten flüchtigen Genuss nachjagen. Ist es wirklich eine Überraschung, dass die Unternehmensdirektoren immer mehr wollen bis zu dem Punkt, wo ihre Gier sie und das gesamte Unternehmen in den Abgrund reißt (und andere Firmen noch dazu)? Wenn Buchhaltungsfirmen uns belügen, weil sie ihre Großkunden nicht verlieren wollen? Oder dass unsere Politiker sich populistisch verhalten, nur damit man sie wiederwählt?
Der notwendige Wandel des menschlichen Bewusstsein
Kabbala sagt, dass solange wir in einer Welt leben, in der wir uns nur um uns selbst kümmern,
wir nur das bekommen, was wir verdienen.
Wenn wir uns nicht ändern, werden wir weiterhin Kriege führen, von der eigenen Gier gelenkt sein und eine schwache Wirtschaft und alle anderen um uns bestehenden Probleme haben.
Obwohl wir die Tatsache ignorieren wollen, sieht es nicht gerade gut aus in der Welt. Es ist nie angenehm, unerfreulichen Dingen ins Auge zu sehen, doch ist es unvermeidbar. Bis wir nicht klar erkennen können, was hier nicht funktioniert, haben wir auch keinen Weg, es zu reparieren.
Hier ist ein Beispiel, wie unsere Welt im Moment arbeitet. Schauen Sie sich einfach Ihren eigenen Körper an. Angenommen, Ihr Herz will kein Blut mehr mit in Ihre Nieren pumpen und Ihre Füße versagen Ihnen ihren Dienst. Angenommen, Ihre Lungen haben keinen Bock mehr zum Atmen. Ihr Körper würde das wohl nicht lange aushalten.
Unsere Welt funktioniert ebenso. Jedes Land und jedes Individuum kümmert sich nur um seine eigenen Interessen. Unsere Staaten und Städte kümmern sich nur um ihre eigenen Einwohner. Unsere Politiker kümmern sich nur um ihre eigenen Ziele, so wie das Gesundheitswesen, die Wallstreet und wie (so sehr wir es auch nicht gern hören wollen) jeder von uns auch.
Heute ist es offensichtlich geworden, dass wir zusammenarbeiten müssen. Dies kann aber nicht durch verbesserte gesellschaftliche oder wirtschaftliche Neuerungen erreicht werden. Wir müssen an die Wurzel des Problems gehen: wir müssen das egoistische Programm in uns verändern, welches uns immer dazu drängt, nur an uns zu denken, zu welchem Preis auch immer.
Wenn wir in diesen Zeiten leben wollen, dann brauchen wir eine Gesamtveränderung in unserem Bewusstsein - vom „getrennten” Individuum zu „miteinander verbundenen Zellen” in einem, gemeinsamen Körper.
Die Kabbala erklärt, dass wir diese Bewusstseinsveränderung durchmachen müssen. Wir können diese Veränderung freiwillig und angenehm gestalten oder durch eskalierende Krisen dazu gezwungen werden. Und wenn wir dies tun, dann können wir uns das nächste Mal fragen „Was ist passiert?” und die Welt sieht völlig anders aus.
„…wenn uns ein Element schlimm und schädlich vorkommt, ist es nur ein Teil der Perspektive.. es sagt aus, dass es noch in der Übergangsphase ist, im Entwicklungsprozess.”
Kabbalist Yehuda Ashlag (Baal HaSulam), „Friede in der Welt”
