Basierend auf dem Essay aus dem Buch des Sohar „Die Weisheit, die ein Mann braucht” (Neuer Sohar mit dem Sulam Kommentar, Hohelied, Punkt 482).
„Wenn du nicht weißt, oh du Schönste unter den Frauen, gehe deinen Weg voran, den Spuren der Herde nach und füttere deine Zicklein bei den Zelten der Hirten (Hohelied 1:8).
„Jeder, der ohne die Geheimnisse der Thora zu kennen zu jener Welt geht, wird, auch wenn es viele gute Taten in ihm gibt, abseits aller Tore jener Welt verbracht.
„Komm und siehe was geschrieben steht, Wenn du nicht weißt, oh du schönste unter den Frauen, antwortet der Schöpfer der Seele: Wenn du gekommen bist, ohne dich mit der Weisheit zu befassen, bevor du hierher gekommen bist und du nicht die Geheimnisse der Höheren Welt kennst, gehe deinen Weg, du bist nicht würdig hier ohne Wissen einzutreten. Gehe deinen Weg voran, den Spuren der Herde nach, d.h. werde in der Welt wiedergeboren und du wirst durch die Fußspuren der Herde wissen.”
Neuer Sohar mit dem Sulam Kommentar, Hohelied, Band 10
Rabbi Shimon Bar-Yohai (Rashbi), Autor des Buch des Sohar, erklärt in dem Buch Das Hohelied anhand eines tiefgründigen und mysteriösen Essays den obigen Text. Das Hohelied ist ein kabbalistischer Text, der einzig und allein von der Wahrnehmung des Menschen der Höheren Welt handelt. Diese Ausarbeitung beschreibt die Zustände, welche eine Seele erfährt, während sie die spirituelle Leiter, von der ersten Stufe bis zur vollständigen und ewigen Verbindung mit der Höheren Kraft, dem Schöpfer, hinaufsteigt.
Rashbi enthüllt, was einem Menschen geschieht, dessen irdisches Leben abgeschlossen wurde, ohne den Prozess der Korrektur der Seele des Menschen begonnen zu haben. In einem solchen Zustand kehrt die Seele als „ein Punkt in seine spirituelle Wurzel” zurück.
Diese Seele fängt an die Realität durch spezielle Sinne wahrzunehmen, jedoch kann sie nur einen winzigen Teil der spirituellen Realität erleben, da sie sich spirituell nicht entwickelt hat. Rashbi erklärt, dass die Seele an diesem Punkt fühlt, dass die Höhere Kraft zur ihr „spricht”.
In der Kabbala bedeutet der Begriff „sprechen” „enthüllen”. Eine Seele, welche die spirituelle Welt wahrnimmt, entdeckt, dass es der Sinn der Schöpfung ist, diese zur Perfektion und Ewigkeit zu bringen, genau wie der Schöpfer. Doch wenn eine Seele, die sich in unserer Welt nicht entwickelt hat, zur Höheren Welt aufsteigt, fühlt sie nur den Unterschied zwischen ihren eigenen Eigenschaften und den Eigenschaften des Schöpfers. Solch eine Seele fühlt, wie weit sie von der Wahrnehmung ihrer Berufung entfernt ist. Wenn dies geschieht, fängt eine Seele an, die Lücke schließen und sich selbst korrigieren zu wollen, um Ganzheit und Ewigkeit zu erreichen.
Im Buch des Sohar wird dieser Zustand als Schöpfer beschrieben, der zur Seele „spricht” und ihr sagt: „Wenn du nicht weißt, oh du schönste unter den Frauen”. Rashbi erklärt diesen Spruch folgendermaßen: „Wenn du gekommen bist, ohne dich mit der Weisheit zu befassen, bevor du hier her gekommen bist und du nicht die Geheimnisse der Höheren Welt kennst, gehe deinen Weg, du bist nicht würdig hier ohne Wissen einzutreten. Gehe deinen Weg voran, den Spuren der Herde nach, d.h. werde in der Welt wiedergeboren.”
Um in der Höheren Welt zu existieren, muss eine Seele die gleichen Eigenschaften haben wir der Schöpfer. Dazu sollte die Seele ihre Eigenschaft des Liebens und Gebens entwickeln. Deshalb wird einer Seele, die sich nicht korrigiert hat, befohlen zu gehen und zur körperlichen Realität zurückzukehren, in einem physischen Körper geboren zu werden, aufzuwachsen und den Zustand zu erreichen, wo sie selbständig ist und entscheiden kann, welcher Weg zu nehmen ist.
Gemäß den größten Kabbalisten, wie dem Rashbi, dem Heiligen Ari und Baal HaSulam, ist die Kabbala das einzige Hilfsmittel durch welches die Seele anfangen kann, die spirituelle Welt zu entdecken. Deshalb betont Rashbi, dass wir alle die Geheimnisse der Thora kennen müssen, d.h. die Kabbala. Wenn wir anfangen, die Weisheit der Kabbala in unserem Leben anzuwenden, korrigieren wir unsere Seele und gleichen unsere Eigenschaften den Eigenschaften des Schöpfers, der Liebe und Güte an.
Wenn dies geschieht, wird unsere Seele mit all den erstaunlichen Geheimnissen der Schöpfung, dem Schöpfungsgedanken belohnt. Wenn solch eine Seele das nächste Mal vor der Höheren Kraft steht, wird sie perfekte und unvergängliche Verbundenheit mit Ihr erreichen. Außerdem wird sie in solch einem Zustand nicht mehr zu dieser Welt „durch die Fußspuren der Herde” zurückkehren müssen. Anstelle dessen wird sie die gesamte Herrlichkeit der spirituellen Realität empfinden.
