Wirklichkeit ist, was wir berühren können und fühlen, was wir hören, schmecken und riechen. Das ist Wirklichkeit – oder?
Tatsächlich gibt es mehr Wirklichkeit als Augen, Ohren und Nase fassen können. Während der gesamten Geschichte haben die größten menschlichen Geister ihre gesamte Energie diesem Thema gewidmet. Mit der Zeit erfuhr der wissenschaftliche Ansatz, wie wir Wirklichkeit wahrnehmen, mehrere Transformationen.
Der klassische Ansatz, dessen Hauptbefürworter Sir Isaac Newton war, besagt, dass die Welt unabhängig existiert, ungeachtet des Menschen. Es macht keinen Unterschied, ob man die Welt wahrnimmt oder nicht, oder ob ein Mensch in dieser Welt lebt oder nicht. Die Welt existiert und hat eine feste Form. Mit der Zeit hat die Entwicklung der Wissenschaften des Lebens Einblicke in die Wahrnehmungen anderer Kreaturen als des Menschen erlaubt. Wissenschaftler lernten, dass andere Geschöpfe die Welt anders wahrnehmen. Zum Beispiel ist das Weltbild einer Biene die Summe aller Sichtweisen, die sie in jeder der Myriaden Einheiten, die ihre Augen aufbauen, wahrnimmt. Ein Hund nimmt die Welt primär als „Geruchsmuster“ wahr.
Ergänzend dazu entdeckte Albert Einstein, dass die Veränderung der Geschwindigkeit eines Beobachters (oder des beobachteten Objekts) eine vollständig unterschiedliche Sicht der Wirklichkeit auf der Raum-Zeit-Achse hervorruft. Nehmen wir z.B. an, ein Pfahl bewege sich im Weltraum. Gemäß Newton wird der Pfahl in den Augen eines Beobachters unabhängig von seiner Geschwindigkeit in der gleichen Länge erscheinen. Gemäß Einstein jedoch scheint der Pfahl zu schrumpfen, wenn sich seine Geschwindigkeit erhöht.
Als Ergebnis dieser zwei Entdeckungen wurde ein fortschrittlicherer Ansatz gebildet, der argumentiert, dass das Weltbild vom Beobachter abhängt. Beobachter mit unterschiedlichen Eigenschaften und Wahrnehmungsorganen nehmen eine andere Welt wahr. Ähnlich nehmen Beobachter in unterschiedlichen Zuständen der Bewegung ein anderes Bild wahr.
In den dreißiger Jahren revolutionierte die Quantenphysik die Welt der Wissenschaft. Sie legte fest, dass der Beobachter das Ereignis, das er beobachtet, beeinflusst. Demgemäß kann der Beobachter nur eine Frage stellen, „was zeigen die Messgeräte tatsächlich?“ Es ist witzlos zu versuchen, den objektiven Prozess, der auftritt, erforschen zu wollen, oder herausfinden zu wollen, was objektive Wirklichkeit eigentlich ist.![]()
Entdeckungen der Quantenphysik zusammen mit Entdeckungen auf anderen Gebieten der Forschung bilden zusammen einen zeitgenössischen Ansatz, wie wir Wirklichkeit wahrnehmen: der Beobachter nimmt auf die Welt Einfluss und beeinflusst daher auch das Bild, dass er wahrnimmt. Anders ausgedrückt, das Bild von der Welt ist eine Kombination von Eigenschaften des Beobachters und Eigenschaften des beobachteten Objekts.